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am 13.11.2012 von Oliver Belikan

Auf dem Partnerevent M2M der Deutschen Telekom wurde uns eines klar – die Vernetzung von Maschinen und Fahrzeugen birgt riesiges Potential für neue Geschäftsmodelle. Vor allem die Automotive-Branche.

Die Branche im Wettlauf um Elektromobilität und die Vernetzung von Geräten, Fahrzeug und HäuserWiedermal scheint die Deutsche Automotive-Branche den Takt vorzugeben. BMW, Audi und Mercedes sind in Sachen vernetztes Fahrzeug, Fahrerassistenzsysteme und Infotainment-Dienste weltweit führend. Für uns als Beratungs- und Softwarehaus entstehen dadurch nicht nur spannende neue Aufgaben, sondern wir können vielen Zulieferern und Automarken wertvolle Erfahrungen weitergeben.
Einer, der dies wie kein Zweiter kann, ist unser Business Consultant Konrad Krafft. Seit Jahren berät er die großen Player im Automotive-Umfeld, speziell im Umfeld Elektromobilität, zugehörige Geschäftsmodelle und vor allem bei den Fragen der technologischen Machbarkeit.

Ich konnte die Gelegenheit einer Autofahrt nutzen und habe ihn -analog zu Edmunds Antworten- um seine Einschätzung der Branche gebeten.

1. Ideen, Visionen und Zukunftskonzepte zur künftigen Elektromobilität scheint es ausreichend zu geben. Die ersten Umsetzungen der Branche reichen immerhin aus, um als “führend” wahrgenommen zu werden. Zumindest oberflächlich. Trügt der Schein oder sind die Herausforderungen doch größer wie es zunächst erscheint?

Konrad: “Das ist tatsächlich so. Produktideen und auch Technologien gibt es zuhauf. In den letzten Jahren finden sich auch immer häufiger Prototypen oder Pilotprojekte, die zeigen, dass daraus praktikable Lösungen entstehen, die dem Autofahrer das Leben einfacher machen.
Dennoch sind die Lösungen noch nicht soweit, dass die Geschäftsmodelle rentabel sind. Dafür müssen die Produkte noch einfacher und vor allem stabiler werden, um den breiten Massenmarkt zu erreichen. Die Integration in bestehende Prozesse spielt dabei auch eine große Rolle. Als Kunde möchte ich, dass der Umgang mit dem Auto (Kaufen, Fahren, Service) einfacher wird und nicht komplizierter.
Deutschland will bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen haben. Für diese Fahrzeuge wird
 der Tankvorgang nicht mehr 5 Minuten, sondern mindestens 60 Minuten dauern. Die Reichweite mit Elektrofahrzeugen ist geringer, so dass eine längere Reise vorher wohl geplant werden muss. Die Suche nach der nächsten Zapfstelle gewinnt eine wesentlich wichtigere Bedeutung.

Die Mobilität wird völlig neu definiert. E-Mobilität bedeutet nicht nur mit einem elektrischen Fahrzeug unterwegs zu sein, sondern alle elektronischen Hilfsmittel wie Smartphone und Tablet zu verwenden. Das Stichwort ist Vernetzung von Mensch und Maschinen.  Entsprechend  investieren Automobilhersteller und Energieanbieter massiv in den Aufbau von Kompetenzen im Bereich der Vernetzung und vor allem Softwareentwicklung.  Firmen wie BMW, RWE, Daimler, EnBW und Bosch versuchen diese Kompetenzen mit Joint-Venture-Plattformen wie z.B. HUBJECT zu bündeln und so Internetgiganten wie Apple, Google und Amazon die Stirn zu zeigen.

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2. Wenn Dinge miteinander vernetzt werden, die bisher nichts miteinander zu tun hatten so können grundsätzlich komplett neue Geschäftsmodelle entstehen. Stellt beispielsweise das Haus fest, dass sich das eigene Auto nähert können Dinge automatisiert werden, die bisher nicht denkbar waren. Wo liegen bei solchen Vorhaben die Chancen und wo bedarf es noch clevere Lösungen?

Konrad: “Die Chancen liegen eindeutig darin, dass die Welt für die Kunden einfacher wird und dadurch die Produkte, die sich vernetzen lassen, attraktiver werden. Clevere Lösungen sind dort gefragt, wo der einerseits unsichtbar (seamless) mit unterschiedlichen Systemen verschiedener Produkthersteller kommuniziert, aber andererseits ein hohes Maß an Sicherheit und Datenschutz hat.
Konrad Krafft zum Thema Elektromobilität und Vernetzung der WeltDas Ziel aller Anbieter ist das Leben der Kunden bequemer und sicherer zu machen. Stellen sie sich vor, Sie fahren in den Urlaub und Zuhause ist der Herd noch an. Mit einem einfachen Click im Navigationsgerät können Sie diesen aus dem fahrenden Fahrzeug abschalten. Oder Sie vermieten ihren freien Parkplatz während Sie im Urlaub sind. Andere Parkplatzsuchende finden so den zur Verfügung stehenden Parkraum und es wird sofort die Belegung gemeldet. D.h. durch elektronische Medien und die Vernetzung der Maschinen lässt sich Angebot und Nachfrage direkter und schneller regeln.
Bei solchen Projekten entstehen allerdings häufig verhältnismäßig hohe Aufwände, die in Zukunft deutlich reduziert werden müssen. Weiterhin müssen vernetzte Systeme für neue Anforderungen anpassungsfähiger werden. Die Changeprozesse sind zum Teil super komplex.
Erste Antworten darauf bieten wir selbst. doubleSlash verfolgt nämlich den Ansatz, mittels Business Rule Engine und Business Process Engine Änderungen nicht durch Softwareanpassungen, sondern durch Konfiguration durchzuführen.

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3. Mit M2M bzw. der Vernetzung können sich in erster Linie das Marketing und das Produktmanagement mit Innovationen und neuartigen Konzepten profilieren. Es liegt nahe, dass auch der Service und After-Sales Interesse an M2M haben. Wie äußert sich dies konkret?

Konrad: “Das Problem im ganzen Service ist, dass immer noch viele manuelle Handgriffe notwendig sind. Im besten Fall erhält der Servicetechniker zwar eine Nachricht, dass an einem System etwas nicht stimmt, doch immer noch reist er mit dem falschen Werkzeug und den falschen Ersatzteilen an, und immer noch weiß er erst Vor-Ort was die Ursache einer Störung ist. Unsere Vision ist, dass sich solche Fälle durch regelbasierte Systeme deutlich automatisierter abwickeln und sich Systeme mit proaktiver Selbstdiagnose im Wesentlichen selbst warten und kontrollieren.
Warum soll sich das Auto nicht einmal in der Woche selbst durchchecken und sich selbst melden, wenn demnächst die Reifen abgefahren sind? Die technologischen Möglichkeiten der Vernetzung sind längst gegeben.

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4. Das Internet der Dinge weckt großes Interesse aus Telekommmunikation, Energieversorger, Industrie, Software, Logistik und Dienstleistung. Riesige Joint Ventures zwischen den größten Firmen werden geschmiedet. Welche Rolle nimmt dabei das Beratungs- und Softwarehaus doubleSlash ein?

Konrad: “Zunächst sehe ich doubleSlash als Vermittler, der die unterschiedliche Anforderungen zusammenführt und zu einem gemeinsamen Ziel formuliert. Die Interessen sind zum Teil sehr unterschiedlich. Dann zeigen wir Wege auf, wie man zum Ziel gelangt und zwar so, dass auch der Businesscase stimmt. Hierfür legen wir Konzepte und vor allem Architekturen vor, die belastbar sind. Nicht zuletzt integrieren wir die Softwarekomponenten zu einer lastverträglichen und performanten Gesamtlösung, bei der wir immer die Endkundensicht im Auge behalten. Denn wir wollen die Endkunden begeistern, denn das begeistert uns.
Neben fachlicher und technischer Beratung bietet doubleSlash eine Software, mit der POI (Point of Interest) Daten wie z.B. Briefkästen, Adressen und Tankstellen verwaltet werden können. Die Besonderheit ist, dass sich diese POI-Daten immer sehr dynamisch ändern.
 Beispielsweise ändern sich Benzinpreise mehrmals täglich. Nur so kann ein  eMobility-Dienst bzw. ein Kunde immer die Tankstellen auf der Fahrtroute anfahren, welche aktuell den günstigsten Preis anbieten.
doubleSlash versteht sich nicht als Plattformanbieter, sondern als Integrator und Lieferant einzelner Bausteine und Module.

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Wir sind gespannt, wie sich die M2M Branche weiterentwickeln wird und freuen uns diese zu einem gewissen Teil mit beeinflussen zu können.

Vielen Dank Konrad Krafft.

 

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