Connected Bike – Von der Idee zur Plattform

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Im Blogpost Mobilität im Wandel und mittendrin: doubleSlash und das Connected Bike haben wir bereits über unsere Ansichten, Ideen und den ersten Prototypen unseres Connected Bikes berichtet. Seither haben wir auf dieser Grundlage zahlreiche Gespräche geführt, unsere Annahmen validiert und die Potenziale im Markt analysiert. Nicht zuletzt auf der diesjährigen Eurobike, auf der das Thema Connected Bike wesentlich präsenter war als in den Jahren zuvor, und wir gemeinsam mit unserem Partnerunternehmen BrakeForceOne Mobility vor Ort waren.

doubleSlash Conneced Bike: Die Kommunikation zwischen Fahrrad und Cloud

Die gesammelten Erkenntnisse haben uns in unserem Vorhaben bestätigt, so dass wir mit der Weiterentwicklung unseres Prototyps in die nächste Phase gestartet sind. Aktuell entwickeln wir eine Connected Bike Plattform für Fahrrad-, Antriebs- und Batteriehersteller: das doubleSlash Connected Bike.

Basis von doubleSlash Connected Bike ist, eine bidirektionale Kommunikation zwischen Fahrrad und Cloud zu ermöglichen. So ist es beispielsweise möglich, Telemetriedaten oder Standort Informationen zu empfangen und zu verarbeiten und gleichzeitig Daten wie Software-Updates auf das Fahrrad zu senden.

Ziel dieser Kommunikation ist es, Services zu erzeugen, die entweder dem Endkunden oder dem Hersteller Mehrwerte bieten. Über eine API werden diese Services Apps oder weiteren Frontends zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1: doubleSlash Connected Bike Komponenten

Fokus: Safety & Security

Beginnt man sich mit einer innovativen Idee wie dem Connected Bike zu beschäftigen, füllt sich in kürzester Zeit eine lange Liste mit Einsatzmöglichkeiten, die alle ihre Berechtigung haben könnten, dem Markt zur Verfügung gestellt zu werden.
Dennoch ist es wichtig, die stärksten Bedürfnisse zu analysieren und entsprechende Use Cases zu extrahieren. Wir haben uns im ersten Schritt für das Themenfeld Safety & Security entschieden, da wir hier den größten Mehrwert für den Fahrradfahrer sehen. In dieses Themenfeld gehören Anwendungsfälle wie Anti-Theft und der E-Call.

Anti-Theft: Lokalisierung des Fahrrades via App

Im oben referenzierten Blogbeitrag haben wir bereits erwähnt, dass die jährliche und offiziell erfasste Zahl der Fahrraddiebstähle bei ca. 300.000 liegt, laut SWR [1] liegt die Dunkelziffer sogar bei einer Million Räder – jedes Jahr. Zwar bieten immer mehr Versicherungen Möglichkeiten an, um das Rad gegen Diebstahl zu versichern, allerdings sind diese oft mit Voraussetzungen wie verschlossenen Kellerräumen verbunden oder übersteigen, je nach Preis des Rades, auch schnell 300 Euro pro Jahr. Die Chance, dass ein gestohlenes Rad wiedergefunden wird, geht gegen Null. Denn ohne Grundlage kann keine erfolgreiche Suche gestartet werden.

Der doubleSlash Connected Bike Service Anti-Theft ermöglicht die Lokalisierung des Fahrrades via App, sodass eine Datengrundlage für einen Polizeieinsatz gegeben ist. Auch für Versicherungen wird dieser Service in Zukunft eine Rolle spielen und Prämienmodelle verändern, da die Chancen für ein Wiederfinden des Rades deutlich steigen und so ein finanzieller Schadensfall unwahrscheinlicher wird.

Neben dem Cloudseitigen Service und der Darstellung in einer App, muss eine derartige Lösung auch im Fahrrad integriert werden. Unser Hardware- und Integrationspartner BrakeForceOne Mobilitiy hat hierzu eine Lösung geschaffen, die zum einen eine tiefe Integration in die E-Bike Elektronik zulässt und gleichzeitig durch LPWAN-Technologie [2] innovative und energiesparende Funkstandards zulässt. Ebenso ist ein Sensor verbaut, der Erschütterungen und Bewegungen feststellen kann.

Um den Anti-Theft Service zu nutzen, bringt der Fahrer sein Fahrrad zunächst via App in einen Sicherheitsmodus: Das heißt, dem Fahrrad ist in diesem Zustand bekannt, dass es nicht bewegt werden darf. Geschieht dies doch, so wird der Fahrer durch eine Push-Meldung auf seinem Smartphone alarmiert und kann die Position via App nachverfolgen. Da die Lösung in die Elektronik integriert ist, ist es dem Dieb nicht möglich, einfach ein Bauteil zu entfernen und dadurch die Lokalisierung zu umgehen. Durch die Kommunikation von der Cloud zum Fahrrad, kann der Fahrer darüber hinaus den Antrieb elektronisch unbrauchbar machen, sodass der Wiederverkauf dieser Komponente uninteressant wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 2: Gestohlenes Fahrrad

Mit Hilfe dieser Lösung wird eine Datengrundlage geschaffen, welche die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauffinden des Rades deutlich erhöht.

E-Call: Hilfe in der Not

Technologisch sehr ähnlich, adressiert der E-Call aber ein ganz anderes Bedürfnis. Insbesondere Radfahrer, die in abgelegenen Gegenden wie beispielsweise Wäldern unterwegs sind, sind der Gefahr ausgesetzt, dass sie im Sturzfall nicht aufgefunden werden können.

Der Service E-Call ermöglicht es, dass das Fahrrad vom Fahrer unabhängig einen Sturz erkennt und diese Information mit dem Standort via E-Mail oder SMS an hinterlegte Kontakte sendet. Nicht wenige tragische Ereignisse hätten durch diese Lösung verhindert werden können.

Sicherheit – Nicht nur für E-Bikes, sondern auch für konventionelle Fahrräder

Die beiden Services Anti-Theft und E-Call adressieren zwei grundlegende Bedürfnisse der Fahrradfahrer. Allerdings sind auch diejenigen betroffen, die jeden Tag mit einem konventionellen Rad, also einem Nicht-E-Bike, unterwegs sind.
Auch hier haben wir mit der BFO Mobility über Möglichkeiten nachgedacht und insbesondere durch die verwendete Funktechnologie eine sehr stromsparende Lösung entwickelt, die entweder im Rahmen nachrüstbar ist oder sogar durch Integration im Fertigungsprozess fest verbunden wird. Das System sendet Standortinformationen nur dann, wenn sich eines der beiden Ereignisse zugetragen hat, sodass die Stromversorgung für das Tracking möglichst lange gewährleistet ist.
Selbst wenn der integrierte Akku leer ist, kann er induktiv geladen werden. Ein Ausbau oder der komplizierte Tausch einer Batterie wird also nicht mehr nötig sein.

doubleSlash Connected Bike – stetige Entwicklung

 

Nachdem wir unsere aktuelle Produktreife, gemeinsam mit BFO Mobiltiy, auf der diesjährigen Eurobike bereits zeigen konnten, wird die Plattform stets weiterentwickelt und um neue Funktionen erweitert. Neben Endkundenorientierten Services werden ebenso Services angeboten werden, die die Hersteller direkt adressieren. Unser Ziel ist es, das Connected Bike zu einem zentralen Mobilitätsmedium der Zukunft werden zu lassen und so attraktive Fortbewegungs-Alternativen für urbane Mobilität anzubieten.

 

Mehr zu doubleSlash Connected Bike erfahren

 


[1]: https://www.swr.de/marktcheck/fahrrad-diebstaehle-fuer-wen-sich-eine-fahrrad-versicherung-lohnt/-/id=100834/did=19718738/nid=100834/uzcy5c/index.html

[2]: https://de.wikipedia.org/wiki/Low_Power_Wide_Area_Network

 

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