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Das Internet der Dinge – Kür oder Pflicht für Ihren unternehmerischen Erfolg? (1) IoT – vom Newcomer zum Marktdurchbruch

23.02.2015

©-bakhtiarzein_blog - IoTImmer mehr Produkte sind vernetzt. Cisco z.B. schätzt, dass die Zahl der vernetzten Dinge bis zum Jahr 2020 auf 50 Milliarden steigen wird. Das würde bedeuten, dass jeder Mensch im Durchschnitt ca. sieben vernetzte Produkte im Einsatz haben wird (bei einer geschätzten Weltbevölkerungsentwicklung von 7,7 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2020). Bereits jetzt kommen täglich weitere, smarte Produkte hinzu: Neben Smartphones, Tablets und PCs sind das auch immer mehr Autos, Kaffeemaschinen, Ampeln, Parkautomaten und gar Kühe wurden bereits vernetzt [1]. In dieser dreiteiligen Blogserie „Das Internet der Dinge – Kür oder Pflicht für Ihren unternehmerischen Erfolg“ zeigen wir, wie aus dem Newcomer IoT eine Basistechnologie wird.

 

Auf der CES in Las Vegas hat Samsung erst kürzlich angekündigt, dass 90 Prozent der Produkte mit dem Samsung-Label bis 2017 vernetzt sein werden. Im Zeithorizont der nächsten fünf Jahre soll sogar jedes Produkt aus dem Hause Samsung vernetzt sein – angefangen vom Smartphone über den TV bis hin zum Kühlschrank [2]. Die überproportionale Zunahme an vernetzten Geräten und Maschinen bedeutet auch, dass der globale Datenverkehr im Internet (IP-Datenverkehr) extrem zunehmen wird. Dieser soll laut Cisco im Jahr 2018 geschätzte 1,8 Zetabytes betragen, was eine Steigerung von ca. 300 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 bedeutet [3].

Das Beratungsunternehmen Gartner hat in seiner letzten Aktualisierung des Hype Cycle für aufstrebende Technologien – Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies 2014 [4] – das Internet der Dinge auf den höchsten Punkt in der Phase „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ platziert. Gartner prognostiziert, dass das Internet der Dinge in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Phase „Plateau der Produktivität“ erreichen wird.

Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies 2014 - IoT

IoT – Von der Kür zur Pflicht

Was können Unternehmen nun daraus ableiten?

  1. Unternehmen, die bereits jetzt auf den Zug aufgesprungen sind und ihre Geschäftsprozesse mithilfe der neuen Technologie optimieren oder gar völlig neu gestalten, werden auf lange Sicht profitieren.
    Der Nutzen: Unternehmen, die sich die neue Technologie schnell und sinnvoll zunutze machen, können sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil sichern.
    Das Risiko: Der Einsatz neuer Technologien birgt auch gewisse Risiken, z.B. mangelnde Akzeptanz bei den Mitarbeitern, fehlendes Know-how im Bereich agiler Softwareentwicklung oder Datensicherheit.
  2. Unternehmen, die auf die aktuelle Situation leicht abwartend reagieren, jedoch mit einem Einsatz der neuen technologischen Möglichkeiten innerhalb der nächsten zwölf Monate planen, dürfen wohl kaum mit der Erreichung von Wettbewerbsvorteilen rechnen. Allerdings sind auch für diese Unternehmen klare Vorteile auszumachen.
    Der Nutzen: Die sogenannten „fast follower“ werden voraussichtlich von weiterhin sinkenden Preisen, ein Mehr an Branchenstandards und mehr Erfahrung profitieren.
    Das Risiko: Es ist durchaus möglich, dass der vom Mitbewerber erlangte Wettbewerbsvorsprung derart groß ist, dass er mittelfristig nicht aufgeholt werden kann.
  3. Unternehmen, die nicht bewusst und aktiv auf den Trend der zunehmenden Digitalisierung reagieren und somit auch keine aktive Nutzung der neuen Technologien planen, werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen signifikanten Wettbewerbsnachteil haben.
    Ein klarer, strategischer Nutzen auf lange Sicht ist hier nicht erkennbar. Kurz- und mittelfristig sparen diese Art von Unternehmen sich jedoch die notwendigen Investitionsausgaben für Hardware, Konnektivität, Software (Beratung und Integration) sowie für den notwendigen Wissensaufbau in der eigenen Organisation.

Diese und weitere fundierte Prognosen zeigen, dass die Erwartungen an die neue Technologie ebenso enorm sind wie das Tempo, mit dem sich IoT entwickelt.
Die notwendigen Bausteine für eine erfolgreiche Marktdurchdringung sind bereits vorhanden:

  • Die Hardware (embedded system), die dafür sorgt, dass die relevanten Daten im Produkt erhoben, aggregiert und anschließend kommuniziert werden, gibt es bereits seit Jahren. Die Leistungsfähigkeit steigt rapide, während die Preise dafür sinken.
  • Ähnliche Voraussetzungen bietet die Konnektivität, die dafür sorgt, dass die erhobenen Daten vom Produkt an einen Dienst, z.B. an eine passende IoT-Plattform, gesendet werden. Auch hier ist über die letzten Jahre hinweg festzustellen, dass die Leistungsfähigkeit und Anbieterzahl zugenommen hat und die Dienste immer günstiger werden.
  • Ein weiterer, fundamentaler Baustein für eine zuverlässige und skalierbare IoT-Lösung ist eine sogenannte IoT- bzw. M2M-Plattform. Dieser Lösungsbaustein hat die Aufgabe, die Maschinendaten entsprechend zu dekodieren und zu speichern, damit sie im nächsten Schritt weiterverarbeitet und genutzt werden können.
  • Der letzte Baustein in einer IoT-Lösung ist die Integration in die unternehmerische Systemlandschaft. Die Daten müssen in die Systemlandschaft des Unternehmens integriert werden, damit sie sinnvoll für interne Prozesse (z.B. Monitoring und Reporting der Produktqualität) als auch externe Prozesse (z.B. aktive Ansprache des Kunden, wann der nächste Service fällig ist) genutzt werden können.

Das Internet der Dinge ist die technologische Basis, um Geschäftsprozesse zu optimieren oder gar völlig neue Geschäftsmodelle zu realisieren.

 

Lesen Sie hier Teil 2: IoT rollt die Wertschöpfungskette ganz neu auf  
Lesen Sie hier Teil 3: IoT-Entscheidung in Ihrem Unternehmen: Chancen und Risiken sinnvoll abwägen


Quellen:

[1] http://blogs.cisco.com/diversity/the-internet-of-things-infographic

[2] http://www.cnet.com/news/samsung-co-ceo-in-5-years-all-our-products-will-be-internet-connected/

[3] http://www.techradar.com/news/internet/broadband/the-internet-of-things-will-cause-ip-traffic-to-skyrocket-300-by-2018-1252812

[4] http://www.gartner.com/newsroom/id/2819918

[5] Bildquelle: Fotolia © bakhtiarzein

 

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