Die Mobilität von morgen: Mit Connected Mobility überall verfügbar und vernetzt

01.09.2021

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr oder individuell mit dem eigenen Auto – jedes Verkehrsmittel soll im besten Fall überall verfügbar sein und uns schnell, bequem und kostengünstig von A nach B bringen. Welche Ansprüche haben wir dabei heute an die Mobilität?

  1. Ich kann zu jeder Zeit los
  2. Das Verkehrsmittel ist überall verfügbar.
  3. Ich komme sicher und wohlbehalten von A nach B
  4. Im besten Fall kann ich die Fahrtzeit sinnvoll nutzen

Werfen wir mal einen Blick auf das Auto: Das eigene Auto erfüllt bereits zwei bis drei der wichtigsten Bedürfnisse: es ist immer und überall verfügbar. Auch beim Thema Sicherheit hat sich in den letzten Jahrzehnten vieles getan. Die Reisezeit kann allerdings nicht sinnvoll genutzt werden, da während der Fahrt im besten Fall die volle und ungeteilte Aufmerksamkeit der Straße gehört. Ist das autonome Fahren die Lösung für das Problem? Wir gehen damit einen Schritt Richtung Zukunftsmobilität, weil es dem Kunden ermöglicht, die Zeit während der Reise anderweitig zu nutzen wie z.B. Termine organisieren, den nächsten Tag planen, noch schnell alle Channels und Feeds checken oder einfach kurz die Augen schließen und inne zu halten, um zu Hause den Kopf für die Liebsten frei zu haben – das Auto wird zu einem Wohlfühlort, eine Art zweites Wohnzimmer. Das Ziel: möglichst schnell und komfortabel, mit den geringsten persönlichen Aufwänden sein Ziel erreichen. Gleichzeitig verändert sich das Mobilitätsverhalten selbst – die Überlegung, ob Dinge auch remote funktionieren, ohne sich fortbewegen zu müssen, wurde durch Corona erneut befeuert.

 

Connected Mobility: OEMs vorm Umbruch

OEMs stehen vor der Herausforderung sich zum Mobilitätsdienstleister zu entwickeln und in Zukunft autonome sowie emissionsfreie Mobilitätskonzepte anzubieten. In einem Mobilitäts-Ökosystem leisten viele Partner ihren Beitrag: Hersteller bauen Hardware, digitale Anwendungen werden von Technologiekonzernen entwickelt und Städte kümmern sich um die notwendige Infrastruktur.
Möglicherweise ordern wir in 50 Jahren mit dem Mobiltelefon ein Auto; das nächstgelegene Auto wird aktiv, macht sich vollautonom fahrend auf den Weg zu uns und fährt in gleicher Manier an unser Ziel. Währenddessen halten wir im gemütlichen Liegesessel ein Nickerchen. Am Ende wird die Fahrt automatisch vom Konto abgezogen – bargeld- und kontaktlos. Nicht weit entfernt wird das Fahrzeug von jemand anderem benötigt – es macht sich selbst sofort auf den Weg. Ob die Zukunft nun so aussieht oder nicht, für die Mobilität von morgen müssen wir eine Vielzahl an vernetzten Systemen miteinander kombinieren, deren Komplexität meistern und gleichzeitig steuern.
Themen wie Schnittstellenmanagement, Plattformen, Integration einzelner Services, die automatisierte Abrechnung oder Datensicherheit spielen eine große Rolle. Mit stabilen, sicheren und zuverlässigen Softwareplattformen und deren effizienten Integration schaffen die Entwickler die nötige Flexibilität, damit sich alle beteiligten Industrien auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Services und Produkte konzentrieren können.

Der zentrale Baustein für Connected Mobility ist die Software

In den letzten 20 Jahren hat die Entwicklung im Bereich Software geboomt. Auch für die traditionelle Automobilindustrie treten die Softwaregiganten als Wettbewerber auf. Bisher war die Software ein Nebenprozess, der vor allem in der Wahrnehmung „immer viel Geld kostet“ und Aufwand generiert. Jetzt hat sie sich zu einem zentralen Baustein gewandelt. Das ist in Bezug auf die Infrastruktur und die Prozesse eine Herausforderung. Fahrzeuge erweitern zunehmend ihre Fähigkeiten mit sogenannten ConnectedCar-Services, die zunehmend in jedem Auto zu finden sind. Diese können eine Erleichterung, z.B. beim Anzeigen von freien Parkplätzen sein. Die Informationen können von anderen Fahrzeugen oder von einer intelligenten Infrastruktur an das Fahrzeug weitergegeben und im Fahrzeug zum richtigen Moment angezeigt werden. Für einen reibungslosen Ablauf sorgt die Software, welche eingebettet, skalierbar und intelligent sein muss, z.B. Over-the-Air Updates, damit der Kunde nicht extra in die Werkstatt kommen muss.
Eine weitere Herausforderung und zusätzlicher Komplexitätstreiber ist, dass sich auch das Business Model vom reinen klassischen Autokauf, hin zu flexiblen Mobilitätsangeboten wie bspw. CarSharing ändert.
„Es braucht immer mehr Ressourcen, immer mehr Geld, immer mehr Software-Ressourcen und immer mehr Hardware-Know-how“, sagt Waymo-Chef John Krafcik. 2
Die Vernetzung war ein erster Schritt, daraus entwickelt sich die Zukunftstechnologie der Automobilität: das autonome Fahren. Das weltweite Marktpotenzial internetbasierter Funktionen in Connected Cars wird 2021 auf knapp 123 Milliarden Euro geschätzt.4 Eine Vernetzung von Fahrzeugen untereinander sowie mit den umgebenen Infrastrukturen (z.B. Ampelsystem) ist ein Muss. In aktuellen Fahrzeugen steckt bereits ein hohes Maß an Komplexität in jeder einzelnen Komponente. Verändertes Nutzerverhalten führt zu neuen Anforderungen – und diese werden zunehmen. Während früher Themen wie Verbrennungsmotoren, PS und Design die primäre Aufmerksamkeit bekamen, werden heute andere Schwerpunkte gesetzt, um ein einzigartiges Kundenerlebnis zu ermöglichen. Wenn man den Kunden heute fragt, ob er in seinem Fahrzeug lieber 50 PS mehr haben will oder ein vernetztes, intelligentes Fahrzeug, welches in der Lage ist, Staus zu umfahren und durch Kommunikation mit der Infrastruktur freie Parkplätze vor Ort zu finden und ihm somit nervenaufreibenden Stop-and-go-Verkehr mit einer 20-minütigen Parkplatzsuche erspart, ist die Antwort sehr schnell klar.
Durch das autonome Fahren können so ziemlich alle Geschäftsmodelle rund um das Auto profitieren. Egal, ob beim eigenen Auto, Carsharing oder Taxidienste.

Die Zukunft bedeutet Vernetzung auf einem erhöhten Level

Wie wird die Mobilität von morgen nun aussehen? Eines steht fest: Sie ist überall und immer verfügbar und wird umfassend digital vernetzt sein. Menschen sollen mit digitalen Mitteln und maßgeschneiderten Konzepten schnellstmöglich und bequem an ihr Ziel gebracht werden. Digitale Technologien werden zum Dreh- und Angelpunkt, um den Verkehrsfluss zu verbessern, den Komfort zu erhöhen und die Wartung zu vereinfachen. Alle diese Möglichkeiten werden wir so selbstverständlich benutzen, wie heute uns Smartphone.
Auf dem Weg in die Zukunft ist Softwaresysteme die Schlüsselkompetenz, die Mobilität von morgen gestaltet und ein einzigartiges Kundenerlebnis schafft.

 


Quellen

[1] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/mobilitaet-zurueck-zum-individualverkehr-in-der-krise-waechst-die-lust-am-eigenen-auto/25799626.html 
[2] https://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/google-waymo-sammelt-jetzt-3-milliarden-dollar-ein-a-1306933.html
[3] https://www.car-it.com/technology/volkswagen-und-daimler-sprechen-ueber-software-kooperation-190.html
[4] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/324510/umfrage/marktpotential-internetfunktionen-in-pkw/

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