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Die Welt im Bitcoin-Rausch

04.03.2014

BitcoinIm Januar 2013 kannte noch kaum jemand die Onlinewährung Bitcoin. Vor einem Jahr galten die virtuellen Münzen noch als Spielzeug für Computerfans und Hacker. Im Laufe des letzten Jahres hat sich das allerdings geändert. Der Wechselkurs schnellte in dieser kurzen Zeit von rund 10€ auf 800€. So wurde das Interesse vieler Unternehmen und Privatpersonen geweckt. Aktuell existieren rund 12 Millionen Bitcoins1 bei einem Wechselkurs von 1:494,512 (Stand: 04.03.14). Sogar renomierte Zeitschriften wie die FAZ geben Steuertipps für den Umgang mit Bitcoins.3 Doch was ist dran an der Währung, die weder als Schein, noch als reale Münze existiert?

Was sind Bitcoins?

Die virtuelle Währung wird immer bekannter und taucht mittlerweile auch in bekannten und renommierten Fach- und Wirtschaftsmagazinen auf. Beim Bitcoin handelt es sich um ein Kunstwort, dass sich aus den Begriffen Bit (Maßeinheit für eine Datenmenge in der Informatik) und Coin (engl. Münze) zusammen setzt.

Das Konzept hinter der virtuellen Währung wurde nach heutigem Kenntnisstand von einer oder mehreren Personen unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamato“ entwickelt und 2008 in einem Whitepaper veröffentlicht. Am 3. Januar 2009 entstanden die ersten 50 Bitcoins – das Bitcoin-Netzwerk war geboren.

Wie kommt man an Bitcoins?

Die einfachste Variante um an eigene Bitcoins zu kommen ist es, diese gegen herkömmliche Währungen, wie zum Beispiel den Euro oder Dollar, einzutauschen. Hierfür gibt es sogenannte Online Börsen, wie www.bitcoin.de, die den Währungstausch für eine Gebühr, abhängig vom getauschten Betrag, unterstützen. Um Bitcoins zu empfangen, benötigt man ein Wallet, eine Art virtuellen Geldbeutel, der eine Adresse generiert, auf die die Bitcoins transferiert werden sollen. Der Verkäufer erhält im Gegenzug den gezahlten Betrag auf sein Konto überwiesen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins entstehen durch „Mining“. Beim Mining verarbeiten „Bitcoin Miner“ Transaktionen im Netzwerk. Dabei berechnen die Miner mithilfe spezieller Hardware mathematische Operationen, die zur Üperprüfung einer Transaktion dienen. Als Lohn für diese Überprüfung erhält ein Miner dann eigene Bitcoins.

Um sich an die ständig steigende Rechenleistung anzupassen, ist das Bitcoin-Protokoll so entworfen worden, dass sich der Schwierigkeitsgrad der Rechenaufgaben im Zwei-Wochen-Turnus4 erhöht – je nach gestiegener oder gesunkener Rechenleistung im Netz.

Zusätzlich werden Bitcoins mit einer sinkenden Rate erzeugt, da das Protokoll auf eine Gesamtsumme von 21 Millionen existierender Bitcoins festgelegt ist. Akutell wird geschätzt, dass diese Summe ungefähr im Jahr 2130 erreicht sein wird.5

Wie funktioniert eine Transaktion?

Um eine Transaktion durchzuführen benötigt man zu allererst eine Bitcoin-Adresse. Bei der Erzeugung dieser Adresse erstellt man parallel einen geheimen und einen öffentlichen Schlüssel. Mithilfe des öffentlichen Schlüssels lässt sich die Bitcoin-Adresse berechnen. Der geheime Schlüssel dient zur Signatur der Transaktion.

Ein Beispiel: Der Sender mit der Adresse X möchte 15 Bitcoins an den Empfänger mit der Adresse Y senden. Dazu signiert er seine Nachricht mit seinem geheimen Schlüssel (autorisiert die Übertragung) und hängt den öffentlichen Schlüssel an. Die Kombination von signierter Nachricht und öffentlichem Schlüssel (= Transaktion) wird an die Miner verteilt. Diese überprüfen, ob Adresse X über ausreichend Bitcoins verfügt, die Signatur zur Nachricht gehört und ob der öffentliche Schlüssel zur Adresse X gehört. Abschließend wird die Transaktion in der Blockchain, einem Logbuch das alle Transaktionen enthält, abgelegt. Dadurch ist für alle weiteren Transaktionen ersichtlich, dass Adresse X 15 Bitcoins weniger besitzt.

Was kann ich mit Bitcoins tun?

Neben dem Tausch in andere Währungen ist der Bitcoin ursprünglich als Zahlungsmittel gedacht. Internetdienstleister wie der Bloghoster WordPress oder der Sharehoster Mega akzeptieren Bitcoins als Zahlungsmittel. Auch bei vielen Online-Glücksspielplattformen wird die virtuelle Münze gern akzeptiert. Mittlerweile denken auch große Unternehmen wie ebay darüber nach, die Internetwährung einzuführen6. Wer wissen möchte, wo sich Shops befinden die Bitcoins akzeptieren, kann sich die Online-Weltkarte auf coinmap.org anschauen. Allein in Berlin befinden sich bereits 43 Bitcoinannahmestellen.

Risikofreudige Anleger nutzen den Bitcoin sogar als Anlagemöglichkeit. Gerade im letzten Jahr ist der Kurs in die Höhe geschnellt und hat viele Bitcoin-Anleger reich gemacht. Anfang 2013 lag der Bitcoinkurs knapp über der 10€ Marke. Ende November knackte er erstmals die 1000$ Grenze (733€). Aktuell sinkt der Kurs wieder.

Vorteile von Bitcoins

Ein wesentlicher Vorteil ist die Zahlungsfreiheit. Durch die Möglichkeit, dass man Geldbeträge auf der ganzen Welt und zu jeder Zeit senden und empfangen kann, wird der Bitcoin gerade für den Geldtransfer ins Ausland interessant. Zusätzlich entstehen bei einer Transaktion nur sehr geringe Gebühren.
Des Weiteren sind Transaktionen sehr sicher und anonym, da sie keinerlei persönliche Daten beinhalten. Für Händler existiert das Riskio betrügerischer Rückbuchungen nicht mehr, da eine Bitcoinüberweisung unumkehrbar ist.
Auch die Sicherheit und Kontrolle von Transaktionen ist sehr hoch, da ohne private Informationen kein Identitätsdiebstahl möglich ist. Ferner können Bitcoin-Besitzer ihr Vermögen durch BackUps und Verschlüsselungen vor Angriffen schützen.
Außerdem ist das Netzwerk transparent. Alle Informationen einer Transaktion sind öffentlich und in der Blockchain aufgeführt. Es ist also nicht möglich, dass das Bitcoin-Protokoll von einer Person oder Organisation kontrolliert werden kann.

Nachteile von Bitcoins

Neben allen Vorteilen hat die Internetwährung aber auch Nachteile. Zum Einen ist der Bekanntheitsgrad von Bitcoins immer noch sehr gering, wodurch auch das Angebot der Bitcoinannahmestellen relativ klein ist.
Und auch die starken Schwankungen sind ein Problem für den Bitcoinmarkt, da sie Investitionen immer mit einem hohen Riskio verbinden. Innerhalb eines Jahres ist der Wert von 10€ pro Bitcoin auf über 700€ gestiegen. Jetzt liegt der Kurs wieder bei rund 400€. Letztendlich steckt der Bitcoin immer noch in Kinderschuhen. Die Software ist immer noch in der Betaphase – mit vielen unvollständigen Funktionen, die noch nicht ausgereift sind.

Aktuell lässt sich schwer ermitteln, ob die Vorteile des Bitcoin die Nachteile überwiegen. Vor allem das hohe Risiko und die Kursinstabilität erschweren eine sichere Prognose für die Zukunft der virtuellen Münzen. Die Zahlungsfreiheit und die sehr geringen Gebühren sind zwar ein großer Vorteil, im Vergleich zu herkömmlichen Währungen. Allerdings ist der Nutzen durch den geringen Bekanntheitsgrad noch sehr eingeschränkt.

Daher ist es ungewiss, ob der Bitcoin in den nächsten Jahren eine Konkurrenz für Dollar, Euro und Co. darstellen wird, aber es bleibt weiterhin spannend, die Entwicklung zu verfolgen.


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Quellen:
1http://de.statista.com/statistik/daten/studie/283301/umfrage/gesamtzahl-der-bitcoins-in-umlauf/

2https://www.bitcoin.de/de

3http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/steuertipps/steuertipp-steuern-auf-bitcoins-12711783.html

4http://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin#Mining

5http://www.focus.de/finanzen/geldanlage/tid-30404/virtuelles-geld-bitcoins-rasanter-aufstieg-einer-phantom-waehrung-beschraenktes-angebot-virtueller-muenzen_aid_952842.html

6http://www.spiegel.de/netzwelt/web/ebay-kann-sich-bitcoin-als-zahlungsmittel-vorstellen-a-931578.html

 

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4 Kommentare zu “Die Welt im Bitcoin-Rausch

  1. Überzeugt hat mich selbst das ganze rund ums Thema Bitcoin noch nicht und Nachrichten, wie es u. a. auch über die Börsenplattform Mt. Gox gab, tragen nicht unbedingt dazu bei, dass das Interesse und das Vertrauen daran ansteigt.

  2. Leider steht nun die bislang größte Bitcoin-Handelsplattform Mt. Gox vor dem aus. :/

    Hoffentlich schadet das nicht dem BitCoin.

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