Die dritte Dimension des Marketings

Im Marketing tut sich wieder was. Wie schon in der Vergangenheit steht das Marketing aktuell wieder vor einem gewaltigen Evolutionsschub.  Wir wagen einen Ausblick in die Zukunft des Marketings.

Ein Blick zurück

Der Charakter des frühen Marketings (circa ab 1960) war geprägt von Produktbeschreibungen und Produktfunktionen. Vor allem für Verbraucher.

Wir alle kennen noch die unvergesslichen Werbeslogans, bei denen immer das Produkt und dessen Eigenschaften umschrieben wurden.

  • „Meister Proper putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann“
  • „Waschmaschinen leben länger mit Calgon“
  • „Ariel wäscht weißer wie weiß“

So wie das Marketing und die Kommunikation aufgebaut war, war auch die Entwicklung der Produkte – nämlich funktionsbezogen.

Je mehr Funktionen ein Produkt enthielt, desto besser lief die Vermarktung. Denn dadurch konnte sich der Anbieter vom Mitbewerber abheben. „Wir haben mehr Funktionen als der Konkurrent“ war häufig Bestandteil von Marketingkampagnen. Generell ging es im Marketing darum, hauptsächlich die menschlichen Grundbedürfnisse nach Besitz und Eigentum zu befriedigen.
Mit der industriellen Revolution kamen wichtige Triebkräfte für das frühe Marketing hinzu. Nämlich die zunehmende Automatisierung, Fließbandarbeit und Massenfertigung. Dadurch konnten hohe Stückzahlen mit günstigeren Preisen produziert werden. D.h. die Vermarktung ging dazu über, für die in Massen produzierten Güter und Produkte, Massen von Käuferschichten zu finden.
Zusammen mit der Vermarktung über den Preis, war dies der Startschuss für die Massenvermarktung. Fernsehen, Radio, Plakatwerbung waren die Broadcast-Kanäle. Jeder Mensch sollte penetriert werden.
Käufergruppen, Zielgruppen oder Individualisierung waren kein Thema. Aus dieser Zeit stammt der bezeichnende Spruch von Henry Ford: „Jeder Kunde kann ein Auto in der Farbe seiner Wahl kaufen – vorausgesetzt es ist schwarz.“ Das frühe Marketing lässt sich als produktorientiertes Marketing bezeichnen.

Die aktuelle Phase des Marketings

Marketing 2.0 oder das kundenorientierte Marketing ist ausdifferenziertSehen wir uns an, wie sich heute, im Jahr 2012, unser Marketing umschreiben lässt.
In erster Linie ist es mit unglaublich vielen Teildisziplinen sehr stark ausdifferenziert.
Wenn man als Berater in den Kundenprojekten unterwegs ist, staunt man gelegentlich mit welchen Themen sich die Marketingabteilungen aktuell beschäftigen: Adwords Marketing, Artikel Marketing, Loyalitätsmarketing, Virales Marketing etc.
Neben der Kundengewinnung geht es vorzugsweise darum, den Kunden zufrieden und diesen in den Mittelpunkt zu stellen. Auf dutzenden Kommunikationskanäle und Touchpoints werden Interessenten und Kunden angesprochen.
Dazu werden unzählig viele Tools, Systeme und Marketinginstrumente verwendet.
Zahllose Experten, Berater müssen für permanent neu entstehende Marketing-Disziplinen angeheuert und betreut werden. SEO, Mobile Advertising, Social Media, Second Life etc. Kurzum es ist jetzt schon unübersichtlich.
Aber wenn der Kunde tatsächlich im Mittelpunkt angekommen ist, wird er von den Marketingabteilungen mit unglaublich kreativen und vielen Kundenbindungsprogrammen „entwickelt“. Er soll Kunde bleiben und in den Genuss moderner Webtools kommen. Denn die gesamte Informationstechnologie ist aktuell die größte Triebfeder für das Marketing.
Letztendlich ist es auch die Technologie, die dafür verantwortlich ist, dass der Konsument informierter und cleverer ist als jemals zuvor.
Wenn der Konsument immer mehr über das Produkt weiß, geht es im aktuellen Marketing noch stärker um Differenzierung vom Wettbewerb. Das Marketing soll möglichst viele USPs und Einzigartigkeiten herausarbeiten. Und das nicht nur für das Produkt, sondern ganz selbstverständlich auch für das Unternehmen.

Der Kunde fragt nicht nur nach dem Produkt selbst, sondern auch nach dem Produzenten, der Marke, dem Versprechen und vor allem dem Lebensgefühl, das die anbietende Firma vermitteln soll. Es geht im modernen Marketing darum den Menschen klar zu machen, welche Bedürfnisse, Sehnsüchte und Emotionen mit einem Produkt oder Dienstleistung erfüllt werden. Darum wird der Kunde mit Angeboten und kommunikativ auch sehr individuell behandelt. Die One-to-One-Kommunikation führt dazu, dass der Kunde tatsächlich ernst genommen wird. Social Media ist dafür ein wichtiger Auslöser. Das aktuelle Marketing lässt sich als verbraucherorientiertes Marketing bezeichnen.

Charakter des künftigen Marketings

Das künftige Marketing orientiert sich an Werten.Bekannte Marketinggrößen wie z.B. der amerikanische Buchautor, Wirtschaftstheoretiker und Professor Philipp Kotler postulieren in verschiedenen Veröffentlichungen für das künftige Marketing den Begriff Marketing 3.0.
Gemeint ist damit, dass sich große Teile der Menschheit fortan weiter an das obere Ende der Maslowschen Bedürfnisspyramide bewegen werden. Ganz oben steht nicht weniger wie Selbstverwirklichung und das Erkennen des Sinns des Lebens.
Tatsächlich hat vor allem die westliche Welt, mit gesättigten Märkten und gestillten Bedürfnissen, immer weniger das Verlangen neue und noch mehr Produkte zu konsumieren. D.h. für das Marketing, dass es nicht mehr nur darum geht immer mehr zu verkaufen. Ein Paradigmenwechsel scheint einzusetzen.

Die Wissensgesellschaft bringt immer mehr kreativ denkende Menschen hervor. Berufe mit körperlicher Arbeit nehmen ab bzw. verlagern sich.
Die Menschen die immer und überall mitwirken, die immer kreativer werden und die vor allem in der globalen Welt mit begrenzten Ressourcen agieren, wollen Sinn im Erwerb der Produkte sehen. D.h. es geht im künftigen Marketing 3.0 nur darum, den Menschen Sinn in ihrem Handeln zu geben und zu zeigen, welcher Beitrag das Produkt zur Verbesserung der Welt leistet.

Die Informationstechnologie, frei zugängliche Informationen und vor allem die neue Art der Zusammenarbeit sind die künftigen Triebkräfte des Marketing. Man sieht den Menschen als kompletten Menschen mit Herz, Seele und Verstand und stellt werteorientierten Marketingkonzepte in den Mittelpunkt. In der Marketingpolitik dreht sich alles um Mission, Vision und Werte des Unternehmens. Das sind Werte, die nicht mehr nur funktional oder emotional sind, sondern auch spirituelle Dimensionen enthalten. Das künftige Marketing lässt sich als werteorientiertes Marketing oder auch als Marketing 3.0 bezeichnen.

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3 Kommentare zu “Die dritte Dimension des Marketings

  1. aktuell gibt es viele Kommunikationskanäle um mit dem Kunden oder Interessenten im Dialog zu stehen. Die zur Verfügung stehenden Tools werden sich aufgrund technologischer Weiterentwicklung ändern und wandeln.
    D.h. das Umdenken muss nicht in der Benutzung sich ständig wandelnder Instrumente stattfinden, sondern in der Geisteshaltung *wie* wertschätzend und respektvoll Beziehungen gepflegt und gelebt werden. Nicht „als Kunde Arsch“ sondern „als Mensch wertvoll“ ist das Motto von Marketing 3.0.

  2. Blog’s und Foren dienen sicherlich dazu, mit dem Kunden Kontakt zu halten. Das ist schon mal was wert. Aber den Worten müssen auch Taten folgen. Ein Leistungsversprechen muss aber auf jeder Ebene des Kundenkontakts eingehalten werden, zhum Beispiel auch, wenn ich das Produkt verwende.

  3. Hallo,

    im Grunde genommen haben wir die zukünfige Form des Marketings schon. Oder was sind Blog´s, Foren und Social Network. Wer es versteht mit diesen Insturumenten umzugehen kann seinen Kunden schon heute einen riesigen Mehrwert bieten.

    freundliche Grüße
    Josef

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