iico 2014 – Ein Blick in die Zukunft des Marketing

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Einmal im Jahr treffen sich Vertreter aus Marketing, Vertrieb und IT in Berlin, um gemeinsam über Trends und Entwicklungen rund um die digitale Unternehmenskommunikation zu diskutieren. Den passenden Rahmen dafür bietet die Konferenz „iico“ [1]. Der Veranstalter infopark [2] bot auch in diesem Jahr wieder eine hochspannende Themenauswahl und kompetente Sprecher aus verschiedenen Themengebieten.

In insgesamt 18 Vorträgen an zwei Tagen konnte ich mir selbst ein Bild davon machen, welche Themen im Marketing und Vertrieb heute und in den nächsten Jahren für Wirbel sorgen werden.

Vom Gestern ins Übermorgen

Dass sich die Welt im Marketing schnell dreht, ist bekannt. Bei einigen Beiträgen kam jedoch schnell das Gefühl auf, dass die Science Fiction Welt aus Hollywood schon längst Wirklichkeit geworden ist. So prognostizierte beispielsweise Gerd Leonhard, Futurist und Autor, in seinem Vortrag „Top Future Trends“, dass bis zum Jahre 2020 bereits 50 Prozent der Computer am Körper getragen werden. Geräte sind mittlerweile hochgradig miteinander vernetzt, die Grenzen zwischen dem Menschen und der Technik verschwimmen zunehmend.

„Daten sind das neue Öl“

Werbebotschaften werden immer stärker individualisiert. Persönliche Daten gelten als wertvolle Handelsware und stellen einen Schlüsselfaktor für erfolgreiches digitales Marketing dar. Den Kunden zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen, auf ihn abgestimmten Botschaften zu erreichen, ist seit langem ein Ziel im Marketing – heute ist auch die Technik soweit, dass diese Vorstellung Realität werden kann. IT-Systeme können inzwischen problemlos riesige Datenmengen verschiedener Quellen verwalten, um unterschiedlichste Faktoren ihrer Benutzer in Entscheidungen mit einzubeziehen. Durch „Big Data“ können Cross-Selling Vorschläge in Online-Shops verbessert werden. Die Zeiten, als beim Kauf einer Waschmaschine weitere Waschmaschinen vorgeschlagen wurden, dürften bald vorbei sein.

Eine weitere spannende Entwicklung: Mit innovativen Technologien wie „Native In-Video Advertising“ von Mirriad [3] lassen sich Werbeblöcke zugunsten dynamisch generierter Product Placements in Videofilmen ersetzen.

Trends und Herausforderungen im Marketing

Marketing bedeutet längst nicht nur noch das Platzieren der richtigen Werbebotschaften in unterschiedlichen Kanälen. Vielmehr entwickelt es sich immer mehr zu einem dialogorientierten Prozess, der zu großen Teilen den Kunden und seine Meinung mit einbezieht. Die Markenkommunikation muss unabhängig vom genutzten Kanal konsistent sein.

Wird von Nutzern Feedback gefordert, so muss dieses auch beantwortet und ausgewertet werden. Die öffentlich wahrnehmbare Servicequalität wird Teil der Markenidentität – ein Thema, mit dem sich auch doubleSlash im Rahmen des Touchpoint Managements schon intensiv beschäftigt hat.

Das Marketing hat dazu Methoden aus der agilen Softwareentwicklung adaptiert. In kurzen Zyklen Inhalte produzieren, die Reaktionen auswerten und abhängig davon die nächsten Schritte einleiten – der klassische, eher unflexible Kampagnen-Ablauf tritt immer mehr in den Hintergrund.

Die Notwendigkeit von Stabilität

Anpassungsfähigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Unternehmen – diese These stellte Marketingprofessor Ralf T. Kreutzer in seinem Vortrag „Digitaler Darwinismus“ auf. Die IT kann strukturbedingt jedoch nicht mit der Geschwindigkeit im Marketing Schritt halten. Jan Vogel, Technischer Leiter der Digitalagentur DI UNTERNEHMER, konnte mit seinem Thema „Technology drives Marketing“ einen Weg aufzeigen, wie diese Entwicklung trotzdem glücken kann. Indem wiederkehrende Muster identifiziert und nur diese in der Software umgesetzt werden, kann die von der IT geforderte Stabilität und vor allem Qualität gewährleistet werden.

Der Mensch in der Digitalisierung

Bei aller Digitalisierung stellt sich natürlich die Frage, ob dabei nicht der Faktor Mensch auf der Strecke bleibt. Klaas Bollhöfer, Chief Data Scientist bei *um, hat es in seinem Vortrag „Zukunft Big Data“ treffend beschrieben: Die Technik existiert bereits, aber die Kreativität im Umgang mit den Datenmengen ist entscheidend. Und diese kann auch zukünftig nur der Mensch leisten.

Fazit

Die iico ist eine thematisch sehr gut abgestimmte Konferenz mit einer soliden Mischung aus aktuellen Themen und Zukunftstrends, bei der sich die Sprecher auch durchaus kritisch mit potentiellen Hype-Themen auseinandersetzen.  Das Format bietet unzählige Möglichkeiten des persönlichen Austauschs zwischen Marketing und IT. Wir werden sicherlich auch im kommenden Jahr wieder auf der iico vertreten sein, um uns zu Trends im Marketing austauschen.
Trends in Marketing und Service sind übrigens auch Thema auf dem slashTalk 2014 im Oktober bei doubleSlash.

Meiner Meinung nach ist insbesondere besonders der Trend hin zu guter Servicequalität eine wichtige Entwicklung, der sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Was glauben Sie, welche Marketing-Trends in einem Jahr bereits fest etabliert sind? Wo sehen sie vielleicht auch Risiken?
Wir freuen uns über Ihre Einschätzung und einen regen Austausch!

 


[1] http://www.iico.de
[2] http://www.infopark.de
[3] http://www.mirriad.com
[Bild] © momius – Fotolia.com

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