Mit Predictive Maintenance bzw. Monitoring raus aus der Stillstandsfalle?

Mit dieser Fragestellung hat sich der 4. Smart Maintenance Experten-Roundtable am 10. Oktober 2018 in Köln beschäftigt. Intensiv diskutiert wurden dabei Themen zu Chancen und Herausforderungen der prädiktiven Instandhaltung sowie welche Plattformthemen für die Wartung auftreten, insbesondere mit Blick auf IoT und Big Data. Denn erst der Einsatz dieser Technologien ermöglicht einen modernen Ansatz in der Wartung, z.B. Predictive Maintenance.

Use Cases rund um Predictive Maintenance

Ein weiterer Bestandteil des Roundtables war der Austausch zu Use Cases und Nutzungsszenarien. Wir von doubleSlash konnten Einblicke in das Praxisbeispiel rund um ZF Windkraft geben. Dabei ging ich insbesondere darauf ein, wie wichtig eine Integration in der Partnerlandschaft im Kontext Windkraftanlagen ist und warum der Ansatz der ZF Windkraft dahingehend so bemerkenswert ist. Hier sind zwei Dinge besonders gut gelungen: Die nahtlose Integration mehrerer Lieferanten in einem Portal und die Wiederverwertung von technischen Systemen über diese unterschiedlichen Lieferanten hinweg. Denn: Der Mehrwert ist für den Endanwender immer höher, je weniger Portale, Tools und Anwendungen benötigt werden. Dies scheint auch für die Maschinenbau-Branche eine hohe Relevanz zu haben, denn dank des offenen Formates der Veranstaltung hat sich dazu eine intensive Diskussion entwickelt.

Software Architektur und Design als Schlüsselfaktor für Predictive Maintenance Projekte

Den zweiten Aspekt, der technisch erst die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Parteien – wie bspw. in dem Windkraftanlagen-Fall die gemeinsamen Dienstleister – ermöglicht, ist die Integration der existierenden Systeme, idealerweise mit Bestandsschnittstellen. Der Hinweis von uns als IT-Dienstleister an die Industrie, sich frühzeitig um eine entsprechende Architektur und Software Design zu kümmern, wurde interessiert aufgenommen. Denn das beobachten wir in Projekten immer wieder: Eine professionelle Software Entwicklung ist das Bindeglied für eine gesamtheitliche Lösung und wird durch die zunehmende Digitalisierung in Ingenieurs-geprägten Firmen im Maschinenbau in Zukunft auch eine immer wichtigere Rolle spielen.

Predictive Maintenance und virtuelle Realität

Smarte Wartung und deren Nutzungsszenarien setzen sich auch mit Augmented Reality (AR) bzw. Virtual Reality (VR) auseinander. Dabei hat insbesondere Deutz eindrucksvoll aufgezeigt, wie man mit bestehenden Daten und Expertise innerhalb eines Unternehmens eine Vernetzungslösung in einem extrem variantenreichen und heterogenen Umfeld eingeführt werden kann. Die Deutz Connect App stellt in Echtzeit Informationen wie bspw. Wartungsvorgänge in 3D in Abhängigkeit des individuellen Motors dar und hat dafür meiner Meinung nach zu Recht den Red Dot Award 2018 erhalten.

Herausforderungen in Predictive Maintenance Projekten: Datenqualität und Vernetzung

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Blickwinkel der KPMG Lighthouse, die aus der Rolle eines Data Scientists Herausforderungen an die Vernetzung  und insbesondere an die Datenqualität vorgestellt haben. Den Hinweis, sich frühzeitig Gedanken über die Datenqualität zu machen, können wir auch aus doubleSlash Sicht nur unterstreichen. Damit wird sichergestellt, dass Machine Learning oder Data Science Projekte eine höhere Erfolgschance aufweisen und diese Projekte mit einem geringeren Aufwand umgesetzt werden können.

3 Fragen zu Predictive MaintenanceEkkehart Gerlach

Die anschließenden Gespräche knüpften nahtlos an den sehr offenen Umgang während der gesamten Veranstaltung an. Wir haben die Chance genutzt und Ekkehart Gerlach, Geschäftsführer der Medienakademie ein paar Fragen gestellt:

  1. doubleSlash: Herr Gerlach, wie wichtig sind Veranstaltungsreihen wie der Smart Maintenance Experten-Roundtable für das Thema „Predictive Maintenance“ und welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Veranstaltungsreihe gemacht?
    Ekkehart Gerlach: Wie wir alle wissen, sind viele Themen rund um das Internet ziemlich komplex, ja zum Teil sogar nebulös, und die verwendeten Begrifflichkeiten wie z.B. Industrie 4.0 sind nicht selbsterklärend. Vor diesem Hintergrund lohnt es, jene Gebiete der Industrie 4.0 intensiver zu betrachten, die klar erkennbaren Mehrwert und unterm Strich sehr befriedigende schwarze Zahlen zur Folge haben.
  2. doubleSlash: Wie reif schätzen Sie das Thema „vorausschauende Wartung“ in der Praxisumsetzung ein?
    Ekkehart Gerlach: Nach den ersten „Best Practices“, die bereits durch die Fachmagazine und Newsletter gegangen sind, wie z.B. im Aufzugsbereich, hat zunehmende Sensibilisierung in anderen wartungsintensiven Branchen stattgefunden – und in vielen dieser Branchen sind inzwischen entsprechende Projekte, mindestens als Pilot unterwegs.
  3. doubleSlash: Welche Rolle spielen dabei Softwarehäuser wie doubleSlash in der erfolgreichen Umsetzung von Predicitve Maintenance und wie kann aus Ihrer Sicht ein Wertbeitrag für die deutschen Maschinenbauer aussehen?
    Ekkehart Gerlach: Unternehmen mit einem Angebot „digitaler“ Produkte und Dienste wie z.B. Software- und Engineering-Häuser spielen generell eine sehr große Rolle bei den verschiedenen Formen von Smart Maintenance, da vom Konzept bis zur Realisierung große ICT-Kenntnisse, Verständnis komplexer Technologie bis hin in den Algorithmen-Bereich und Umsetzungskompetenz gefragt sind.


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Bildquelle:

https://www.medienakademie-koeln.de

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