Mobilität im Wandel und mittendrin: doubleSlash und das Connected Bike

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Connected Bike doubleSlashMobilität verändert sich, und zwar so deutlich wie schon seit sehr langer Zeit nicht mehr. Ende der 90er kam der erste Smart auf den Markt, eine prominente Antwort darauf, wie Mobilität im urbanen Raum in Zukunft aussehen soll. Neben zahlreichen Weiterentwicklungen und weiteren Fahrzeugen in diesem Segment, sind vor allem in den letzten Jahren noch konsequentere Visionen, Konzepte und Produkte entstanden, man denke z.B. an die Vision Hyperloop[1], Geschäftsmodelle im Bereich Car Sharing aber auch an bereits vorhandene Vehikel wie den Renault Twizy.  Insbesondere Elektroautos dominieren die aktuelle Berichterstattung und viele glauben an einen großen Umbruch in den nächsten Jahren. So ziemlich alle namhaften Hersteller positionieren sich mit ihren Modellen und warten auf den erhofften Boom. Nicht ganz unschuldig daran ist das vorbildhafte Marketing von Tesla, deren Fahrzeuge für viele als Vorbild dienen.   
Aber nicht nur die Art des Antriebs steht im Fokus, sondern ebenso die Vernetzung der Autos. Viele Experten sprechen davon, dass Software im Fahrzeug das Salz in der Suppe ist und in Zukunft den entscheidenden Vorsprung zur Konkurrenz bringt[2].

Wandel der Mobilität – auch bei Fahrrädern

Der Wandel der Mobilität ist aber nicht nur ein Prozess, der das Produkt Auto verändert. Dieser Trend ist wesentlich weitreichender. Insbesondere in urbanen Gebieten verliert das Auto schon lange mehr und mehr an Stellenwert und andere Mobilitätskonzepte erhalten Beachtung und werden genutzt. So auch das Fahrrad. Bedingt durch die Elektrifizierung hat das Fahrrad bzw. das E-Bike in den letzten zehn Jahren bereits den Boom erlebt, auf den die Autoindustrie noch wartet. 2015 wurden über 500.000 E-Bikes in Deutschland verkauft, 2009 waren es lediglich 150.000[3].
Betrachtet man die Probleme in Aggregationsgebieten, so sind Stau, Umwelteinflüsse, Lärm und Stress wohl allen geläufig. Das Fahrrad löst diese Probleme und bietet darüber hinaus noch weitere Vorteile. Das könnte zumindest eine der Erklärungen für den Boom in der Fahrradbranche sein.
Trotzdem gibt es dennoch zahlreiche Herausforderungen, die Rund um das E-Bike zu bewältigen sind. Sehr hervorzuheben ist an dieser Stelle das Thema Diebstahl, denn in den letzten fünf Jahren wurden jährlich über 300.000 Fahrraddiebstähle in Deutschland registriert [4], die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher. Nicht selten hört man von potentiellen Kunden, die zwar gerne ein E-Bike als zentrales Mobilitätsmedium nutzen wollen, allerdings zu große Angst davor haben, dass das teure Vehikel gestohlen wird.
Aber auch einfachere Fragestellungen wie die Leistungsfähigkeit des Akkus nach mehreren Jahren Betriebszeit können Kaufentscheidungen beeinflussen

Das Connected Bike: doubleSlash als Teil der Entwicklung

doubleSlash hat aufgrund zahlreicher Projekte im Bereich Connected Car und E-Mobility einen starken Bezug zur Mobilität. Wir beschäftigen uns aufgrund der bereits erwähnten Entwicklung auch mit Themengebieten, die weiter gehen als das Auto. Insbesondere da Know how und Technologie zu großen Teilen auch auf andere Fahrzeugtypen übertragbar sind. Das E-Bike wird künftig also zum Connected Bike bzw. Smart Bike.
Wir glauben fest daran, dass durch Vernetzung das Connected Bike angesprochene Probleme lösen oder zumindest schwächen kann. Beispielsweise kann der Standort des Connected Bike im Falle eines Diebstahls ermittelbar sein. Basierend auf Massendaten können Fragen zu Performance-Indikatoren wie der Lebensdauer eines Akkus sowohl für Hersteller wie auch für Kunden beantwortet werden. Auch die Sicherheit kann durch automatisierte E-Calls erhöht werden – und das idealerweise ohne zusätzliche Interaktion auf dem Smartphone. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten zur Produkt- und Angebotsoptimierung.  
 
Aus diesem Grund haben wir mit unserem Partner Microsoft einen Proof of Concept auf Basis der Cloudplattform Microsoft Azure[5] erstellt, der erste Use Cases zeigt und vor allem dazu dient, spezifische und technische Herausforderungen am Fahrrad zu identifizieren und zu lösen.
Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurden die Ergebnisse in folgendem Video dokumentiert, welches einen Einblick in unsere Arbeit zu zum Thema Connected Bike  geben soll.

 

Connected Bike: Neue Geschäftsmodelle durch vernetzte Mobilität

 

Neben spezifischen Lösungen für das Fahrrad kann Vernetzung aber auch ganz neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Bike Sharing ist nicht ganz neu und nur ein Beispiel wie solche Modelle durch Vernetzung am Rad realisiert werden können.
 
Weitere Beispiele könnten sein:
 
Das Connected Bike weiß basierend auf Daten, die aus Nutzungs- und zukünftig auch Sensorikdaten bestehen, wenn die Kette verschlissen ist. Als Fahrradfahrer weiß man: Ist die Kette verschlissen, muss man sie schnell wechseln. Ansonsten können die Kosten deutlich steigen, da man ohne Kettenwechsel auch bald neue Kettenblätter und Ritzel benötigt. Via App wird man in der Welt des Connected Bike über den bevorstehenden Wechsel informiert und kann per Knopfdruck einen vorgeschlagenen Termin im Servicepoint vereinbaren. Dort wird man mit einem frischen Kaffee empfangen, denn der Techniker hat den Termin ebenso eingeplant und somit Zeit für den Kunden. Und: benötigte Ersatzteile sind auf Lager. Bekommt man jetzt noch einen Rabatt auf die neue Kette – dies könnte Teil eines Connectivity Service Paktes sein – so ist das Service Erlebnis perfekt und differenziert sich stark von Werksangaben a la „Kette wechseln zwischen 4000 und 6000 Kilometern“.
Diese einfache Vision löst ein ganz elementares Problem: Der Touchpoint von Service zu Kunde ist plötzlich ein kundenorientiertes Event, dem man mit positiven Gefühl entgegen blickt. Heute ist dieser Touchpoint leider selten positiv, denn insbesondere in der Frühlingszeit sind Fahrradläden voll und der Stressfaktor ist hoch. Und wann man ehrlich ist: Sehr häufig besucht man einen Fahrradladen erst dann, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Schwer vorstellbar, dass man sich auf diesen Besuch freut – insbesondere mit der Vorahnung, dass das Fahrrad einige Tage im Laden verbringen muss und damit die geplante Tour am sonnigen Wochenende doch ausbleiben wird.

doubleSlash Connected Bike Use Case Werkstatt

Das zweite Beispiel soll zeigen, wie Vernetzung die Verfolgung von Diebstählen in Zukunft vereinfachen kann. Wird ein Connected Bike trotz lokaler Alarme gestohlen, so wird der Kunde in Echtzeit auf dem Smartphone darüber informiert und kann den Diebstahl direkt melden. Eine Versicherung kann den Diebstahl digital entgegen nehmen und das Fahrrad via integrierter Hardware lokalisieren. Die Versicherung übernimmt jegliche Kommunikation zu Polizei und gibt dem Kunden Statusupdates, sodass er jederzeit über den Verlauf informiert ist. Für alle Beteiligten sind Rahmennummer sowie IDs aller verbauten Komponenten bekannt. Zusätzlich kann der Kunde eine Motorsperre auslösen, was das Fahren mit dem Rad unmöglich macht.
Ist der Dieb überführt, vereinbart die Versicherung einen Übergabetermin und passt sich den zeitlichen und räumlichen Möglichkeiten des Kunden an. Wird das Fahrrad nicht wiederbeschafft, so kann eine Entschädigung ausgesprochen werden. Der Kunde triggert und überwacht den gesamten Prozess lediglich via App und muss selber nicht in direkten Kontakt mit Polizei oder gar dem Dieb kommen.doubleSlash Connected Bike Usecase Diebstahl

 

Natürlich ist dies eine Vision und Diebstähle sowie Defekte werden immer passieren. Auch mit dem Internet of Things und dem Connected Bike kann man sie nicht komplett verhindern. Dennoch können die beschriebenen Use Cases einen deutlichen Mehrwert für den Kunden schaffen und somit auch Enabler im Wandel der Mobilität sein.


Quellen:

[1] https://hyperloop-one.com/
[2]
https://www.vda.de/de/themen/innovation-und-technik/vernetzung/vernetzte-mobilitaet.html

[3] Statista: Absatz von E-Bikes in Deutschland von 2009 bis 2015

[4] Statista: Polizeilich erfasste Fälle des Diebstahls von Fahrrädern in Deutschland bis 2015

[5] https://azure.microsoft.com

 

Mehr zu Connected Bike erfahren Sie hier

 

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