Nacht der Nachhaltigkeit – Rethink Mobility and Energy

Am 21.06.2013 fand in München die Nacht der Nachhaltigkeit statt. Im Rahmen der Vorlesungsreihe „Leitbild Nachhaltigkeit: Hoffnung – Handlung – Wandlung“ war das Motto diesmal „Rethink Mobility and Energy“.

Ist Elektromobilität die Zukunft der Mobilität?Unterstützt von den Münchner Hochschulen startete der erste Themenblock an der LMU mit einer Podiumsdiskussion zum Thema: „Was macht Mobilität nachhaltig“ und anschließendem Science Slam.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion Ilil Bartana (Universität für Bodenkultur Wien), Prof. em. Dr. Hermann Knoflacher (TU Wien), Dr. Gijs Mom (TU Eindhoven) und Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher (Universität Ulm) sprachen unter anderem darüber, wie man zu Nachhaltigkeit komme, wie sich unsere nationale von der internationalen Sichtweise unterscheide und ob man bei der Mobilität auf zwei Rädern schon an den Grenzen des Möglichen sei.

„Ist Elektromobilität die Zukunft der Mobilität?“

Der darauf folgende Science Slam fokussierte sich auf eine Vorstellung von Projekten und Ideen, was die anfängliche Vorfreude auf unterhaltsame Präsentationen von komplexen Forschungsarbeiten ein wenig in Vergessenheit geraten ließ.

Angekommen an der TUM ging es weiter mit dem interessantesten Teil des Abends:
Drei Vorträge zur Fragestellung „Ist Elektromobilität die Zukunft der Mobilität?“.

Mobilitätsdienstleister

Den Anfang machte Dr. Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Die Kernfrage seines Vortrages „Vernetzte Elektromobilität oder gar keine?“ beantwortete er direkt zu Beginn. Vernetzte Elektromobilität wird kommen. Hierfür müssen sich aber die Automobilhersteller vom reinen Produzenten hin zum Mobilitätsdienstleister entwickeln. Diese Aussage unterstützte die Forderung nach einem System, bei dem man mit einer Karte bzw. einem Account sämtliche Mobilitätsdienstleistungen angefangen von Zugreisen, über öffentlichen Nahverkehr bis hin zu Rad- und Carsharing nutzen kann. Desweiteren gehe das Konzept nur dann auf, wenn auch die Nachhaltigkeit mit dem Energiewandel hin zu regenerativen Energieformen gewährleistet ist.

Elektromobilität sinvoll einsetzen

Zweiter Referent war Artur Dornburg, Geschäftsführer m+p consulting. Titel des Vortrags war „Neue Lösungen der m+p Gruppe“. Der Name war Programm und es folgte eine sehr ausführliche Firmenvorstellung. Interessant hierbei war, dass das Unternehmen schon seit Jahren ausschließlich Elektrofahrzeuge in der Firmenflotte hat und sich das Veranstalten von Events im Kontext Elektromobilität als fester Bestandteil im Firmen-Portfolio etabliert hat. Die Begeisterung für Elektromobilität ist gegeben und es lohnt sich, Probefahrten mit Elektroautos als Firmenevent oder Elektro-Quads als Highlight eines Kindergeburtstags zu organisieren. Herr Dornburg ist jedenfalls davon überzeugt, dass es einen nachhaltigen Energiewandel geben wird, was die Verbreitung der Elektromobilität fördern wird. Allerdings wird sich Elektromobilität nur dort durchsetzen, wo diese auch Sinn macht. Dies sind vor allem urbane Gebiete. Den Bau von Ladesäulen entlang der A9 sieht Herr Dornburg daher eher kritisch.

Den letzten Vortrag zum Thema hielt Prof. Dr. Markus Lienkamp, Leiter des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik an der TUM. Er sieht den stärksten Treiber der Elektromobilität in der Knappheit der fossilen Brennstoffe. Genauso wie sein Vorredner vertritt er ebenfalls die Meinung, dass man die jetzigen Automobile mit Verbrennungsmotor nicht 1:1 mit Elektrofahrzeugen ersetzen kann. Vielmehr machen Elektrofahrzeuge für kurze Distanzen, mittlere Geschwindigkeiten (bis 120 km/h) und wenige Personen (1-4) am meisten Sinn. In diesem Kontext präsentierte er auch das von der TUM entwickelte Elektrofahrzeug MUTE. Der elektrische Zweisitzer wurde bereits 2011 auf der IAA vorgestellt und sorgte damals schon für viel Medieninteresse. Auch zu BMW i äußerte er sich und wünschte BMW viel Erfolg mit der neuen Marke BMW i, denn wenn BMW mit dem BMW i3 scheitert, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die Entwicklung und Akzeptanz der Elektromobilität.

Ausklingen lassen konnte man den Abend abschließend bei Live-Musik und Verpflegung in den Räumlichkeiten der Hochschule München.

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