Sollen wir heute noch auf AngularJS 1.5 setzen?

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AngularJS_logoGoogles JavaScript-Framework AngularJS, aktuell in der Version 1.5, hat sich schnell zu einem der Top-Frameworks für die Webentwicklung entwickelt. Dank einer Reihe von Konzepten aus der professionellen Softwareentwicklung finden nun auch Entwickler Zugang, die zuvor mit JavaScript nichts zu tun hatten.

Die Wahl für ein Framework zur Entwicklung einer neuen Webanwendung wurde durch die Einführung von AngularJS zuletzt zunehmend einfacher. Doch seit der ersten Ankündigung von Angular 2 vor über einem Jahr hat sich das Blatt gewendet. Lohnt es sich heute noch, ein neues System auf der „alten“ Version aufzusetzen, wenn die neue schon fast produktionsreif ist? Ich würde sagen: Ja.

Welche Argumente sprechen für Angular 2?

Angular 2 ist sicherlich das modernere Framework. Die Syntax bedient sich stark der aktuellen Sprachmittel von EcmaScript 2015. Alternativ kann in TypeScript implementiert werden. Viele der Konzepte von AngularJS 1, die in großen und komplexen Anwendungen zu Problemen führen konnten, wurden komplett neu gedacht. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Performanceoptimierungen.

Das neue Framework wirkt insgesamt aufgeräumter, besser durchdacht und auch für den Enterprise Einsatz gut geeignet. Leider ist es aber ein komplett neues Framework, auf das nicht ohne weiteres von der Version 1.5 migriert werden kann.

Warum AngularJS 1.5 auch heute noch eine Option ist

So performant und elegant die neuen Sprachmittel aus EcmaScript 2015 auch sind – Entwickler, die bisher Erfahrung in AngularJS 1.5 (oder älter) sammeln konnten, werden das neue Framework nicht ohne umfangreiche Einlernphase einsetzen können. Die Entscheidung liegt nicht nur in der Wahl der Framework-Version, sondern in der Art, wie entwickelt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verbreitung in der Community noch nicht so groß ist wie bei  Version 1. Im Falle von Fragen und Problemen lässt sich noch nicht auf eine so umfangreiche Wissensbasis zurückgreifen.

Für AngularJS 1.5 existiert mittlerweile eine Vielzahl an Erweiterungen wie beispielsweise das Komponentenframework Angular Material. Für Angular 2 sieht der Markt hier noch deutlich dünner aus. Das führt letztendlich dazu, dass mehr selbst entwickelt werden muss. Der Effizienzverlust hierdurch lässt sich meiner Meinung nach auch nicht durch die besseren Sprachmittel von Angular 2 kompensieren.

Unternehmen, die noch kein Projekt mit Angular 2 umgesetzt haben, können nicht auf bisherige Erfahrungswerte aufsetzen. Das erschwert die Schätzung von neuen Vorhaben und stellt ein schwer kalkulierbares Projektrisiko dar.

Und was ist mit der Weiterentwicklung von AngularJS 1.5?  Ich gehe davon aus, dass es noch mindestens für zwei Jahre Updates für AngularJS 1.5 gegeben wird, um beispielsweise Sicherheitslücken zu beheben oder die Performance zu optimieren. Das Framework hat inzwischen eine solche Verbreitung erfahren, dass Google es sich nicht leisten kann, den Support von heute auf morgen einzustellen.

Empfehlung: Weiter auf AngularJS 1.5 setzen

Ich würde ohne zu zögern auch heute noch ein neues System auf AngularJS 1.5 aufsetzen. Denn die Verfügbarkeit von Erweiterungen, das vorhandene Wissen bei Entwicklern und IT-Abteilungen sowie die heutige Ausgereiftheit führen zu einer Effizienz, die sich mit Angular 2 heute noch nicht erreichen lässt.

Nichtsdestotrotz darf der Blick nach vorne nicht vernachlässigt werden. Das Wissen über Angular 2 kann schon heute parallel aufgebaut werden, indem beispielsweise kleinere und unkritische Projekte damit realisiert werden. Auch im Rahmen von Prototypen lassen sich die Eigenschaften des Frameworks gut erfahren.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick auf die Bordmittel, die Google mit Angular 2 schon für die Migration bereitstellt. Dadurch lassen sich Anwendungen schon heute syntaktisch nah an Angular 2 entwickeln, um eine zukünftige Migration zu erleichtern.

Fazit

Stetiger Wandel in der Technologie, insbesondere im Frontend-Bereich, ist völlig normal. Auch die Bedürfnisse der Benutzer hinsichtlich Usability steigen stetig. Angular 2 wird nicht das Ende der Fahnenstange sein und so stehen wir in wenigen Jahren vor derselben Entscheidung wie heute.

Viel wichtiger als die Wahl des Frameworks ist es also, sich auf den technologischen Wandel einzustellen. Wenn ein System so aufgebaut wird, dass Backend und Frontend beispielsweise über Webservices voneinander entkoppelt sind, lässt sich die Benutzeroberfläche einfacher austauschen. So kann mit den etablierten Technologien sehr effizient entwickelt werden, ohne dass der Weg für zukünftige Aktualisierungen verbaut ist.

 

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