Wann sollte ich auf Blockchain setzen?

Blockchain ist ein Trend, der aktuell in vielen IT-Projekten rund um den Globus heiß diskutiert wird. Viele Unternehmen stehen vor der Frage ob Blockchain auch für Sie interessant sein könnte.
Um einfacher abschätzen zu können, ob der aktuelle Trend auch für das eigene Problem geeignet ist, existieren im Internet verschiedenste Entscheidungsmodelle. Diese Modelle versuchen anhand eines Fragensets zu klären, ob Blockchain eingesetzt werden sollte.
Eine große Auswahl an Modellen ist unter anderem im Blogbeitrag von Sebastien Meunier auf Medium.com zu finden, wobei wir in diesem Blogbeitrag auf einige der Modelle genauer eingehen wollen [1].

Blockchain Entscheidungsmodell des Weltwirtschaftsforums

Das 1971 gegründete Weltwirtschaftsforum (WEF), beherbergt eine Vielzahl internationaler Mitglieder aus jeglichen Branchen, die auf ein großes Fachwissen zurückgreifen können. Das unten gezeigte Entscheidungsmodell wurde von Dr. Catherine Mulligan erstellt und entwickelt. Es bietet viele detailreiche Fragen, die einer klaren Struktur folgen. Besonders die beiden ersten Fragen heben dieses Modell von anderen ab (siehe Grafik).
Mit der Frage A beziehen sich die WEF Experten darauf, ob man Vermittler, wie beispielsweise Banken, aus seinen Prozessen ausgliedern möchte. Mithilfe der Blockchain würden Transaktionen nur noch direkt zwischen Firmen und Personen durchgeführt und es wäre keine extra Vermittlungsstelle mehr notwendig.
Frage B betrachtet, ob die Güter (Assets) eines Unternehmens in Bezug auf Blockchain geeignet sind. Um Blockchain als Technologie einsetzen zu können, sollte es sich um digitale Güter handeln. Das bedeutet die Assets müssen in einem digitalen Format dargestellt werden können. Physikalische Assets, die ihre Form verändern können, auf einer Blockchain zu speichern ist ein extrem schwieriges und komplexes Unterfangen, welches zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sinnvoll umgesetzt werden kann.

Blockchain Entscheidungsmodell des Weltwirtschaftsforums

Quelle: https://www.weforum.org/agenda/2018/04/questions-blockchain-toolkit-right-for-business [2]

Blockchain Entscheidungsmodell nach Tommy Koens und Erik Poll

Das von Tommy Koens und Erik Poll entwickelte Entscheidungsmodell beruht auf einer Analyse vieler verschiedener Entscheidungsmodelle. Sie haben die verschiedenen Modelle klassifiziert, ausgewertet und auf dieser Grundlage das unten gezeigte Modell entwickelt. Statt lediglich darauf hinzuweisen, ob Blockchain genutzt oder nicht genutzt werden soll, werden hier Alternativen aufgezeigt, welche statt der Datenspeicherung in einer Blockchain (Distributed Ledger) verwendet werden könnten.
Die zentrale Kernfrage in diesem Modell bildet die vierte Frage: „Can you use a third party?“. Sie ist auch die Frage, welche Vertrauen mit in die Entscheidungsfindung einfließen lässt. Die Blockchain-Technologie macht vertrauenswürdige Dritte überflüssig, da die Blockchain selbst als vertrauenswürdige Instanz ausreicht. Wenn es jedoch die Möglichkeit gibt einen vertrauenswürdigen Dritten hinzuzuziehen, der einem die Abwicklung von Transaktionen abnimmt, sollte man auch auf diesen vertrauen. Nach Poll & Koens stehen die Investitionen für SmartContracts, Anbindung an die Blockchain und das Fehlerrisiko in keinem Verhältnis. Daher sollte man die Alternative des vertrauenswürdigen Dritten präferieren.
Die gesamte Arbeit von Tommy Koens und Erik Poll finden sie unter [3].

Blockchain Entscheidungsmodell nach Tommy Koens und Erik Poll

Quelle: http://tommykoens.com/wp-content/uploads/2018/09/blockchain-alternative.pdf [3]

Birch-Brown-Parulava Entscheidungsmodell

Das Entscheidungsmodell nach D. Birch, R. Brown und S. Parulava entstand, als die drei Kollegen gemeinsam ein Whitepaper erarbeiteten. Der Fokus des Modells liegt dabei weniger auf dem technologischen Aspekt der Blockchain als vielmehr auf dem Distributed-Ledger-Konzept selbst. Ist also bereits entschieden, dass Blockchain die eingesetzte Technologie sein wird, unterstützt einen das Modell bei der Findung des geeigneten Ledger-Typen. Die Entscheidungsfindung erfolgt anhand der Benutzergruppen und dadurch wie die Datenintegrität gewährleistet werden soll.

Blockchain Entscheidungsmodell Birch-Brown-Parulava

Quelle: https://www.chyp.com/a-legacy-of-transparency/ [4]

Modellgemeinsamkeiten & der doubleSlash Beratungsansatz zu Blockchain

Die einzelnen Entscheidungsmodelle verfolgen verschiedene Ziele, bewerten Details auf unterschiedlichen Ebenen und enthalten teilweise sehr viele Informationen. Daher führen eine Vielzahl der Modelle eher zur Verwirrung anstatt zur Klärung der Frage, ob Blockchain relevant sein könnte.
Unserer Ansicht nach haben alle Entscheidungsmodelle Gemeinsamkeiten, welche herangezogen werden können, um herauszufinden ob Blockchain die richtige Technologie für ein Problem ist. Diese Gemeinsamkeiten haben wir in einem neuen Modell zusammengetragen und um Fragen bezüglich der Blockchaintypen ergänzt.

Blockchain Entscheidungsmodell doubleSlash

Wie aus allen Modellen hervorgeht, eignet sich Blockchain nicht für alle Arten von Datenspeicherung. Es muss genau abgewogen werden ob es sinnvoll ist Blockchain einzusetzen oder auf besser geeignete Alternativen zurückzugreifen. Ist Blockchain jedoch für den gegebenen Use Case passend, sollte man definitv auf den Trend setzen.
Wir beraten Sie gerne bei Ihren Fragen rund um das Thema Blockchain.

 

Co-Autor: Patrick Kratzer

 

Hier weitere Informationen zum Thema Blockchain erhalten

 


Quellen

[1] https://medium.com/@sbmeunier/when-do-you-need-blockchain-decision-models-a5c40e7c9ba1

[2] https://www.weforum.org/agenda/2018/04/questions-blockchain-toolkit-right-for-business

[3] http://tommykoens.com/wp-content/uploads/2018/09/blockchain-alternative.pdf

[4] https://www.chyp.com/a-legacy-of-transparency/

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