Welche ist die beste IT-Lösung?

In der Regel beginnen IT-Vorhaben mit einer Vielzahl von Entscheidungen. Diese Entscheidungen werden gefällt aufgrund von Anforderungen, die uns von Kunden vorgegeben werden. Um die Anforderungen in eine IT-Lösung umzusetzen gibt es immer mehrere Möglichkeiten.

Damit die Lösungsfindung aber nicht in einem willkürlichen Prozess endet, in dem das Produkt des besten Redekünstlers oder die Idee des durchsetzungsfähigsten Manager gewinnt, brauchen wir eine strukturierte Herangehensweise, die maximale Transparenz und Nachvollziehbarkeit schafft. Hierfür am besten geeignet ist eine Bewertungsmatrix, die die Anforderungen – mal grob, mal fein – auflistet und den Lösungsvarianten in einer Matrix gegenüberstellt. Um zu verstehen, wie die Lösungen aussehen, sollten diese vorab grob beschrieben sein. Die Anforderungen sollten neben den funktionalen auch die nichtfunktionalen (Strategiekonformität, Lieferdauer, Preis, …) enthalten.

Für den Aufbau der Bewertungsmatrix gibt es unterschiedliche Ansätze. Die Bandbreite reicht dabei von sehr einfach bis sehr komplex. Als Grundsatz gilt, umso einfacher die Matrix ist, desto transparenter wird sie. Der Versuch eine möglichst korrekte Matrix zu schaffen endet meist in einer undurchsichtigen Formel, die nur noch von Mathematikern verstanden wird.

Die Bewertungsmatrix

Die beste Form einer Bewertungsmatrix ist nicht die einfachste, aber die bekannteste und deshalb auch praktibelste. Wir kennen sie aus dem Alltag, wo sie uns in Zeitschriften in Form von Produktbewertungen begegnen.

Bewertungsmatrix IT-Lösung

Hier werden die verschiedenen Anforderungen (funktional und nichtfunktional) – häufig ohne Gewichtung – aufgelistet. Die Produkte werden je nach Erfüllungsgrad mit ++,+,o,- oder – bewertet. Am Ende werden alle Plus- und Minuszeichen zusammen gezählt und das Produkt mit den meisten Pluszeichen gewinnt.

Im Gegensatz zu reinen Produktvergleichen, werden bei der Alternativenauswahl von IT-Systemen auch Lösungen erfasst, die noch einen gewissen Aufwand für Customizing und Programmierung mit sich bringen. Es werden aber auch Lösungen betrachtet, die für die gestellte Aufgabe mit keinem neuen IT-System verbunden sind.

In der einfacheren Variante dieser Matrix wird der Erfüllungsgrad nur mit „erfüllt“ (X) oder „nicht erfüllt“ (O) erfasst und anschließend summiert.

In einer komplexeren Variante können die Anforderungen zusätzlich gewichtet werden. Doch hier ist Vorsicht geboten, weil die Gewichte leicht manipuliert werden können und somit das Ergebnis verfälschen.

In der komplexesten Form einer Bewertungsmatrix werden die Anforderungen sogar gegeneinander gewichtet. Und zwar jede mit jeder. Das ist allerdings sehr aufwendig und führt in der Regel zu wenig Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Abschließend bleibt zu sagen, wer sich mit einem neuen IT-Vorhaben beschäftigt, tut gut daran sich im Vorfeld über Alternativen Gedanken zu machen. Die Bewertungsmatrix bietet hierfür eine Dokumentation der Überlegungen und Entscheidungen.

OpenOffice.calc: Einfache Bewertungsmatrix

Gewichtete_Bewertungsmatrix_TEMPLATE

 

Die doubleSlash Anforderungsanalyse

Zurück zur Übersicht

5 Kommentare zu “Welche ist die beste IT-Lösung?

  1. Hallo Herr Schmidt,

    ich habe die Matrix mit dran gehängt. Das ist leider nicht alles selbsterklärend. Das Prinzip beruht darauf, Kriterien gegeneinander zu bewerten, um deren Priorität zu ermitteln.

    Viel Spaß damit.
    Grüße, Konrad Krafft

  2. Hallo Herr Kraft,

    können Sie bitte den Link zu dem besagten Post über die komplexe Excel-Tabelle posten?

  3. Hallo Herr Brand,
    ich habe ein Sheet für die Bewertung an den Post angehängt.
    Bitte beachten sie, dass die Kriterien projektspezifisch stark abweichen können.

    Wir haben noch ein Sheet, das erheblich komplexer ist, wo jedes Kriterium mit jedem verglichen wird. Da mache ich aber mal einen separaten Post, weil das ohne Erklärung nur schwer verstanden werden kann.

  4. Hallo zusammen,
    dem Kommentar „Sehr schön geschriebener Post“ kann ich mich nur anschließen.

    Exceltemplates sind nett – allerdings liegt die Schwierigkeit darin die Entscheidungkritischen Attribute für das Vorhaben zu identifizieren.

    Es ist sehr einfach möglich durch eine „geschickte“ Attributierung das Ergebnis in eine X-beliebige Richtung zu manipulieren.

    Dagegen hilft nur eine durch mehrere Personen plausibilisierte Gewichtung der Attribute. Das bedeutet dann (leider) sehr viel Aufwand. Bei wichtigen Vorhaben ist dies aber meiner Erfahrung nach sehr zu empfehlen.

    Gruß,
    Andreas Strobel

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*Pflichtfelder

*