Welche Rolle spielt das Human Interface Design (HMI) für die autonome Logistik?

Der Hype rund um das autonome Fahren beschäftigt mittlerweile auch die Logistikbranche. Führende Automobilzulieferer investieren bereits zweistellige Milliardensummen in dieses Zukunftsfeld. So präsentierte sich z.B. die ZF Friedrichshafen AG letztes Jahr auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover mit intelligenter, vernetzter Fahrzeugtechnik, die logistische Prozesse effizienter und sicherer machen soll. Hierzu gehören unter anderem Vorgänge wie das „autonome Satteln“ oder das anspruchsvolle Ab-, Auf- sowie Umsetzen von Containern. Aber auch das Überwachen von Vorgängen über Echtzeitvisualisierungen und die Interaktion mit den Fahrzeugen über spezielle Human Interface Designs (HMIs) sowie Augmented Reality Lösungen spielen hier eine Rolle.

Autonome Logistik: Von Paketdienst bis Spedition

Ein beispielhaftes Anwendungsfeld ist die Paketlogistik. Steigende Liefermengen und die Wünsche nach individueller Zustellung bei wachsendem Verkehr machen alternative Logistikkonzepte nötig. Automatisierte Lieferfahrzeuge können eigenständig durch die Innenstadt manövrieren und erkennen bzw. umfahren Hindernisse wie beispielsweise in zweiter Reihe geparkte Fahrzeuge. Paketboten sollen dadurch künftig in der Lage sein, die Fahrzeuge via Tablet zu steuern und sie so z.B. eigenständig auf Parkplatzsuche zu schicken, während die Pakete angeliefert werden.
Auch in der Spedition können fahrerlose Transportmittel aktuelle Herausforderungen wie rangieren und das „Satteln“ von Containern lösen und in abgegrenzten Arealen kostengünstiger, sicherer und effizienter agieren.

Die Rolle von HMI in der autonomen Logistik bei ZF

Neben der Vernetzung von technischen Produkten über Netzwerke wie LTE oder WLAN, spielt für diese Anwendungsfälle auch die Datenvisualisierung und ein gutes Human Interface Design eine wichtige Rolle. Der Lenker eines autonomen Fahrzeugs benötigt eine zentrale, echtzeitfähige Informations- und Interaktionsschnittstelle, welche die zahlreichen Informationen strukturiert, leicht verständlich darstellt und darüber hinaus eine Überwachung sowie Steuerung der logistischen Teil- oder Gesamtprozesse ermöglicht. Datenanbindungen an die einzelnen CAN-Steuereinheiten des Fahrzeugs und den „Hochgeschwindigkeitsprozessor“, hier die ZF ProAI, sind hierfür notwendig.

ZF ProAI Gen3 , Quelle: https://press.zf.com/site/press/de_de/microsites/press/list/release/release_46784.html
Abbildung 1: Hochgeschwindigkeitsprozessor ZF ProAI, Quelle: https://press.zf.com/site/press/de_de/microsites/press/list/release/release_46784.html

Zu der Datenvisualisierung von technischen Vorgängen zählt unter anderem die Übertragung von Live-Bildern aus dem Fahrzeug sowie der Microsoft-Hololens auf diverse Recheneinheiten. Das ist insbesondere für Präsentationen von „versteckten Technologien“ interessant. Im Falle der Hololens sieht nur der Fahrer den Inhalt der Brille und kein Zuschauer. Gerade in Vertriebssituationen soll die gezeigte Technologie so nah erlebbar wie möglich sein. Um ein Gesamtverständnis für die komplexe Technologie zu bekommen, macht die Übertragung der Inhalte der Microsoft-Brille auf einen einsehbaren Bildschirm Sinn. So kann sich das Gegenüber in die Rolle des Paketboten hineinversetzen und die technischen Abläufe besser nachvollziehen. In der realen Umgebung wäre es zum Beispiel denkbar die Daten an ein Informationszentrum zu senden, welches dann auf die einzelnen Begebenheiten reagieren kann. So könnte beispielsweise unmittelbar nach dem Auftreten eines technischen Problems ein Werkstatttermin vereinbart werden, um den Ausfall des Wagens so gering wie möglich zu halten.

ZF Paketbote, Quelle: https://press.zf.com/site/press/de_de/microsites/press/list/release/release_46784.html
Abbildung 2: Paketbote bekommt Echtzeit Lieferinformationen auf eine Hololens übertragen, Quelle: https://press.zf.com/site/press/de_de/microsites/press/list/release/release_46784.html
Fazit: HMI´s werden in autonomen Fahrzeugen immer wichtiger
HMIs als echtzeitfähige Mensch-Maschine-Schnittstellen sind grundlegende Bestandteile der autonomen Logistik der Zukunft. Der Lenker muss jederzeit exakt über den aktuellen Betriebsmodus und Zustand der einzelnen Logistikeinheiten informiert bleiben und notfalls in den Prozess eingreifen können. Herausfordernd in diesem Zusammenhang ist der echtzeitfähige Datenabgriff aus verschiedenen Quellen. Durch den schnellen Austausch von Informationen zwischen Mensch und Maschine kann sichergestellt werden, dass stets aktuellste Informationen zur aktuellen Situation bereitgestellt werden. Außerdem ist der Benutzer in der Lage, auf gewisse Situationen zu reagieren, indem er Steuerungsbefehle anwendet. Aus diesem Grund bleibt die Datenkommunikation auf verschiedenen Protokollen ein wichtiges Forschungsfeld für doubleSlash.


Quellen:
ZF Pressemappe –https://press.zf.com/site/press/de_de/microsites/press/list/release/release_46784.html

Bildquellen:
ZF Pressemappe – https://press.zf.com/site/press/de_de/microsites/press/list/release/release_46784.html

 

Zurück zur Übersicht

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*Pflichtfelder

*