3D-Drucker: Die neuen Super-Touchpoints

dreidimensionales Koordinatensystem - Super-TouchpointsWas ist ein 3D-Drucker? Brauche ich einen 3D-Drucker? Und was hat das eigentlich mit Super-Touchpoints zu tun? Mit diesem Blog-Post möchte ich die häufigsten Fragen klären und einen Einblick in die „neue Welt“ der 3D-Drucker geben. Außerdem wage ich auch einen Ausblick auf die zukünftigen Probleme, die mit der neuen Technologie zusammenhängen.

Was ist ein 3D-Drucker?

Im Prinzip ist ein 3D-Drucker für das Gleiche erfunden worden, wie der heimische Tintenstrahl- oder Laser-Drucker: digitale Objekte (hier Bilder) sollen zu realen, „analogen“ Objekten umgewandelt werden. Beispiel: ein digitales Bild im JPG-Dateiformat wird auf ein DIN-A4 Papier gedruckt.

Wie der Name schon sagt, sind 3D-Drucker jedoch dazu fähig, dreidimensionale Objekte auszudrucken. Dies bedeutet, dass sie nicht nur in X und Y-Richtung Drucken können, sondern auch in die dritte Z.
Die klassische Tinte oder gar ein Laser als Druckmaterial ist dazu denkbar ungeeignet. Deshalb fabben (drucken) 3D-Drucker meist mit ABS Kunststoff, aus dem fast jede Stoßstange eines Autos besteht, oder mit dem Biokunststoff PLA. Dieser wird im Gegensatz zu normalen Kunststoffen auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen erzeugt und ist somit biologisch abbaubar. Um das ABS oder PLA zu fabben, wird es auf bis zu 200°C erhitzt, ähnlich wie bei einer Heißklebepistole. Schon jetzt können 3D-Drucker mit einer Auflösung (bzw. Genauigkeit) von 0,1mm fabben.

Brauche ich einen 3D-Drucker?

3D-Objekte kann man sich auf Community-Seiten wie www.thingiverse.com herunterladen oder mit einer 3D-Modelling Software und dem gewissen Know-How selbst modellieren. Wichtig dabei ist, ein kompatibles Dateiformat für den jeweiligen 3D-Drucker zu wählen. Weitgehend etabliert haben sich STL-Dateien (.stl) für einfarbige Modelle und VRML/WRL-Dateien (.vrml/.wrl) für mehrfarbige Objekte.

Replicator2 - Super-Touchpoints In den letzten Jahren wurden 3D-Drucker vor allem von Firmen (z.B. Architektur Büros) zur schnellen und einfachen Erstellung von Modellen oder Designentwürfen genutzt. Mittlerweile werden 3D-Drucker aber auch für den Heimgebrauch angeboten. Die Firma Makerbot hat mit dem „Replicator 2“ einen erschwinglichen 3D-Drucker auf den Markt gebracht, mit dem jeder selbst ganz einfach zu Hause Objekte fabben kann. Nun stellt sich die Frage, ob man wirklich einen 3D-Drucker für den Heimgebrauch benötigt? Die selbe Frage konnte man sich auch vor gut zehn Jahren in Bezug auf Tintenstrahldrucker stellen, daher ist die Antwort klar: Ja. Denn in naher Zukunft wird fast jeder Haushalt auch einen 3D-Drucker besitzen.

Was hat das mit Super-Touchpoints eigentlich zu tun?

Man muss sich nur mal vorstellen, was dann alles möglich ist: Beim Online-Shopping wird man nicht mehr per „Overnight Express“ bestellen müssen, sondern kann sich seinen Armreif, Handy-Hülle oder Skulptur direkt selbst fabben. Es geht noch weiter: Kunststoff-Ersatzteile von Autos oder Haushaltsgeräten wie Staubsauger wird man von der Herstellerseite herunterladen und fabben können. Genau an dieser Stelle funktioniert der 3D-Drucker als Super-Touchpoint. Das Unternehmen kommt über sein Download Portal mit dem Kunden in Kontakt, dieser nutzt den 3D-Drucker als direkten Lieferant. Dadurch erhält der Kunde schnell das gewünschte Erlebnis beim fabben von z.B. Werbegeschenken. Vermutlich wird kein anderer Touchpoint in nächster Zeit einen derartigen Schub an Verbreitung und Erfolg feiern können.

Reale Objekte werden zu Raubkopien

3d_warez - Super-TouchpointsSo gesehen hört sich die „neue Welt“ der 3D-Drucker eigentlich sehr gut an – zumindest für die Verbraucher. Denkt man jedoch an die Hersteller und Herausgeber digitaler Objekte, fallen Parallelen zum Risiko von Raubkopien, wie beispielsweise bei Musik (.mp3) auf. Schon jetzt existieren Open-Source Communities, die 3D-Objekte kostenlos und legal zur Verfügung stellen. Was aber, wenn beispielsweise das gekaufte Ersatzteil vom Premium-Autohersteller den Weg auf eine Warez-Plattform findet?

In Zukunft werden also nicht nur Urheber von Musik, Filmen und Kunst vom fast unüberwindbarem Problem der Raubkopie betroffen sein, sondern auch alle Unternehmen, die sich der Welt der 3D-Drucker öffnen.

 

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6 Kommentare zu “3D-Drucker: Die neuen Super-Touchpoints

  1. Ein sehr spannendes Thema, welches die Welt und insbesondere die ganze Logistik auf den Kopf stellen kann. Ich denke aber, dass 3D Drucker sich erst sehr langsam durchsetzen werden und erst in der Modeindustrie und innovativen Textildruckereien wie http://www.fun-shirt24.com eingesetzt werden. Bis dahin sind noch einige Kinderkrankheiten zu beseitigen und der Druck soll ja auch noch exorbitant teuer sein. Aber alleine mal seine Fantasie dazu einzusetzen was alles möglich sein könnte, ist schon atemberaubend.

  2. Hi Markus,

    das Thema wird meines Erachtens unvorstellbare Ausmaße annehmen. Wie wär’s denn, wenn ich mein eigenes Haus ausdrucken könnte? Nocht nicht ganz marktreif, aber es wird kommen: http://www.d-shape.com/
    Aktuell werden in dieser Art und Weise Korallenriffe „nachgedruckt“ und ins Meer versenkt.

    Unfassbares Potential steckt offenbar auch in der Erstellung von günstigeren und schnelleren Prototypen.

    Die Zukunft kann kommen.

    Simon.

    PS: Vorsicht – 4c kann teuer werden.

  3. Hi Jochen,

    danke! :)
    Das ist ein super Usecase!

    Im Moment wird das bei z.B. http://misterspex.de/ mit einem virtuellen Spiegel a la Augmented-Reality Webapp gelöst. Aber ein echtes Testgestell „ausfabben“ wäre natürlich der Hammer!

    Viele Grüße,
    Markus

  4. Hallo Markus,
    danke für den tollen Artikel!
    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass demnächst Kunden von Startups wie http://www.my-spexx.de/, welche den digitalen Super-Touchpoint zu ihrem Core- Business gemacht haben, die Produkte selbst „ausdrucken“ können (evtl. erst mal zur Anprobe…).
    Beste Grüße

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