CSR systematisch in Unternehmensprozesse implementieren

14.01.2022

Corporate Social Responsibility (CSR) ist seit einigen Jahren in aller Munde. Doch was bedeutet das eigentlich?

Die Europäische Kommission lehnt sich an die Norm DIN EN ISO 26000, welche CSR als „Verantwortung einer Organisation für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen und Aktivitäten auf die Gesellschaft und Umwelt durch transparentes und ethisches Verhalten zu übernehmen”[1] bezeichnet. Mehr und mehr Unternehmen kommunizieren ihren Beitrag hierzu. Doch was steckt genau dahinter? Wir bei doubleSlash folgen unserem starken Werteanspruch und wollen unsere unternehmerischen Aktivitäten im Rahmen der CSR Anforderungen sicherstellen. Daher haben wir uns mit zwei CSR Normen im Besonderen beschäftigt.

Abgleich der Norm DIN EN ISO 26000 mit der Gemeinwohl-Bilanz

Die deutsche Bundesregierung verabschiedete im Juni 2021 das Lieferkettengesetz und beruft sich auf §289c HGB zur nicht-finanziellen Berichtserstattung[2]. Diese rechtlichen Grundlagen hinken unseren doubleSlash Anforderungen jedoch noch hinterher. Wir fragen uns also als Unternehmen und als Teil der Gesellschaft: Wie kann unternehmerische Verantwortung in tägliches Denken und Handeln integriert und gefördert werden? Und vor allem: Wie können wir einerseits den Wünschen seitens Mitarbeitenden und Kundenstamm nachkommen und darüber hinaus gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden? Normen und Richtlinien können hier Wegweiser sein. Hierzu stellen wir die DIN EN ISO 26000 als Vertreter klassischer CSR-Richtlinien mit der Gemeinwohl-Bilanz als Beispiel eines alternativen Ansatzes gegenüber.

CSR bei doubleSlash – die Vorteile aus zwei Systemen vereint

Die DIN EN ISO 26000 gilt als prominentes CSR-Referenzsystem und wurde 2010 von der International Standard Organisation (ISO) veröffentlicht. Diese Richtlinie wird auch vom deutschen Gesetzgeber als anerkannter Leitfaden zur nicht-finanziellen Berichtserstattung eingestuft. Um Handlungsoptionen im Sinne von CSR zu identifizieren, setzt die Norm auf eine Stakeholder Analyse. Welche Erwartungen hat eine Berührungsgruppe wie zum Beispiel Mitarbeitende, der Kundenstamm oder die regionale Bevölkerung an eine Organisation? Die Norm beruft sich auf sieben Kernthemen mit insgesamt 35 Handlungsfeldern, welche ein Unternehmen je nach Größe und Kapazität Schritt für Schritt angehen sollte. Hierbei stellt die Richtlinie ein internes Werkzeug dar, das bereits vorhandene Prozesse im Sinne der Nachhaltigkeit ausbauen soll, aber keiner externen Prüfung unterzogen wird. Sie dient als Orientierung und keineswegs als Managementsystem oder Zertifizierung. Dieses Merkmal gibt uns bei doubleSlash die Möglichkeit, ein eigenes System zu entwickeln und uns dabei an den Handlungsfeldern der ISO 26000 zu bedienen.

Daneben steht die Gemeinwohl-Bilanz, die doubleSlash 2020 bereits durchgeführt hat. Diese Bilanz ist ein Werkzeug der Gemeinwohl-Ökonomie, welche die Idee eines nachhaltig sozial-orientierten Wirtschaftssystems verfolgt.[3] Unternehmen sollen aufgrund von quantitativen Bewertungsfragen in Bezug auf ihre gemeinwohl-orientierten Aktivitäten eingestuft werden. Anhand der Gemeinwohlmatrix werden Fragen an die Stakeholder in Bezug auf Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung gestellt. Diese Antworten werden in einem Bericht zusammengefasst und zeigen, in welchen Bereichen ein Unternehmen einen Beitrag zum Gemeinwohl leistet und in welchen es an Engagement mangelt. Aus diesem Delta wird ein Gesamtergebnis berechnet und in Form eines Testats von einem externen Auditteam erfasst.
Während also die ISO 26000 eine Schritt-für-Schritt Anleitung, angepasst an bereits intern vorhandene Strukturen vorsieht, setzt die GWÖ auf eine quantitative, externe Bewertungsmethode. Die Zertifizierung findet jedoch lediglich alle zwei Jahre statt und entspricht daher nicht der gesetzlichen Anforderungen der nicht-finanziellen Berichterstattung von einem Jahr. Des Weiteren zeigt ein Abgleich der jeweiligen Handlungsfelder Unterschiede. Die ISO 26000 setzt sich beispielsweise explizit mit den Handlungsfeldern „Schutz und Vertraulichkeit von Kundendaten“ sowie „Technologieentwicklung und Ermöglichung des Zugangs“ auseinander. Diese Themen spiegeln eine hohe Relevanz für doubleSlash als Softwareunternehmen. Auf der anderen Seite diskutiert die GWÖ Themen, welche in der ISO 26000 nicht ausdrücklich genannt werden. Sie geht beispielsweise verstärkt auf die Zusammenarbeit von Partnerunternehmen, die ethische Haltung in Bezug auf Fremdfinanzierungen oder die Förderung ökologischen Verhaltens bei Mitarbeitenden ein [4].

Die Unterschiede der beiden Richtlinien stechen somit besonders in ihren Ansätzen hervor. Die Gegenüberstellung zeigt jedoch auch Gemeinsamkeiten wie beispielsweise ihr Ziel, nachhaltige Entwicklung zu fördern. Auch die Idee, die Ansprüche der Stakeholder zu beachten, findet in beiden Orientierungen Anwendung. Diese Erwartungen werden in soziale, ökologische sowie ökonomische Anforderungen kategorisiert, auch wenn die Betitelung nicht dieselbe ist. Beide Richtlinien berufen sich auf feste Grundsätze bzw. Werte.

 

Fazit: Den doubleSlash Weg für ein CSR-System finden

Mit dem Abgleich der ISO 26000 und der GWÖ haben wir gesehen, dass die meisten Handlungsfelder trotz systematischer Unterschiede eine Deckungsgleichheit aufweisen. Was sich jedoch unterscheidet, ist der Weg, um gesellschaftliche Verantwortung innerhalb eines Unternehmens zu implementieren. Mit dieser Erkenntnis können wir nun dazu beitragen, das Konstrukt der GWÖ für uns weiterzuentwickeln, um dieses auch für berichtspflichtige Unternehmen anwendbar zu machen, da es gesetzliche Anforderungen noch nicht vollständig bedient. Die Konsolidierung dieser beiden Ansätze trägt jedoch nicht nur im Rahmen der Organisationsentwicklung als Konzeptentwurf bei. Sie gibt uns als Unternehmen, als Dienstleister und als Arbeitgeber die Möglichkeit, unsere individuelle Art der unternehmerischen Verantwortung zu systematisieren.
Denn wir wissen: reibungslose Prozesse erleichtern uns immer den Alltag und sichern Routine und Beständigkeit, um unsere Ziele zu erreichen. Der Aufbau dieses doubleSlash-CSR-Systems ist bereits in vollem Gange. Als Softwareunternehmen liegt uns Optimierung und Problemlösung im Blut. Daher werden wir gemeinsam im Team und voller Begeisterung an unserem System feilen, bis wir etablierte Abläufe und wertschöpfende Ergebnisse im Kontext CSR sicherstellen können.

Den Abgleich dieser beiden Normen haben wir im Rahmen einer Masterthesis durchgeführt. Kontaktiere uns hierzu gerne bei Fragen.

 

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Quellen:

[1] Blachfellner, Manfred u. a. (2017): Arbeitsbuch zur Gemeinwohl-Bilanz 5.0 Vollbilanz, in: Gemeinwohl Ökonomie URL: https://web.ecogood.org/media/filer_public/73/da/73dab961-6125-4f69bf7a3c8613a90739/gwoe_arbeitsbuch_5_0_vollbilanz.pdf, Abruf: 20.06.2021

[2] Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2021): Sorgfaltspflichtengesetz, in: dies. URL: https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-unternehmerische-sorgfaltspflichten-lieferketten.html, Abruf: 07.06.2021

[3] EU Kommission (2011): Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss der Regionen. Eine neue EU-Strategie (2011-2014) für die Soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR)
URL: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52011DC0681&qid=1401278421883&from=DE,
Abruf: 06.04.2021

[4] International Federation for the Economy for the Common Good e.V. (o.J.): Idee & Vision, in: dies. URL: https://web.ecogood.org/de/idee-vision/, Abruf: 09.06.2021

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