„Es fehlt am Plan, wenn zu viele Pläne da sind“

Dieses wohl bekannte Zitat von Publilius Syrus (1.Jhd. v. Chr., röm. Lustspieldichter) gewinnt in der aktuellen Diskussion um die richtigen Modellierungssprachen und -tools für die System- und Softwareentwicklung ganz neue Aktualität.Im Zentrum der Unternehmensmodellierung haben sich in der Vergangenheit gewisse de facto Standards herausgebildet. Vorreiter und Wegweiser ist sicherlich Prof. August-Wilhelm Scheer mit der IDS Scheer AG.

Es ist aber immer wieder zu beobachten, dass Unternehmensmodellierungen und Prozessbeschreibungen einen großen Bogen um das Identity & Accessmanagement (IAM) eines Unternehmens machen. Die Gründe liegen auf der Hand: kein anderer Bereich ist heutzutage mit einer so starken Dynamik konfrontiert, wie das IAM: Ständig werden neue Partnerschaften innerhalb der Supply Chain gegründet und wieder gelöst, Unternehmen werden aufgekauft andere wieder verkauft, Abteilungen „outgesourced“, wieder andere Kompetenzen ins Unternehmen integriert usw. Bei all diesen Vorgängen spielt das IAM eine zentrale Rolle. Es müssen laufend neue Accounts und Zugriffsrechte geschaffen werden.

Ein durchdachtes Identity & Accessmanagement kann hierbei große Erleichterung schaffen. Wie kommt man aber zu einem guten und funktionierenden IAM? Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Sicher ist aber, dass Tools und Automatismen egal welcher Art nur dann wirklich einen messbaren ROI liefern, wenn als Grundlage für deren Entwicklung zunächst die Abläufe des IAM bekannt sind.
Beispiel für Prozessmodellierung

Zur Prozessmodellierung haben sich die ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) etabliert.

Diese leiden aber häufig am richtigen Detaillierungsgrad. Funktionszuordnungsdiagramme (FZD) stehen beispielsweise hinter einer konkreten Funktion innerhalb einer EPK und versuchen die Ein- und Ausgabedaten der Funktion, sowie die beteiligten Organisationseinheiten zu beschreiben.

Die EPK wird dadurch schlanker und leichter verständlich, weil eben auf die Angaben des FZD verzichtet werden kann. Fachbegriffsmodelle (FBM) wiederum versuchen einen semantischen Zusammenhang zwischen den verwendeten Fachbegriffen untereinander und dem Themengebiet herzustellen. So wird versucht mit der Begriffsvielfalt strukturiert umzugehen. Ein FBM gibt folgendermaßen Aufschluss darauf, wie der Begriff „Auftrag“ innerhalb der Produktion und innerhalb der Einkaufsabteilung zu verstehen ist. Neben diesen Modellen existieren natürlich noch eine ganze Reihe anderer Modelle.

Um sich aber wieder an Publilius Syrus zu erinnern: Viele Modelle versprechen nicht automatisch viel Erfolg. Auf die richtige Auswahl und Umsetzung kommt es an. Nur so kann das Identity & Accessmanagement vollständig und korrekt erfasst werden.

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