Was kommt nach Web 2.0?

Erst seit wenigen Jahren schwirrt der Begriff Web 2.0 oder besser das Social Web durch die Presselandschaft. Gemeint ist damit, dass sich nach den Jahren des Internetbooms eine zweite, offenbar weiterentwickelte Phase anschließt. Vom Information Web über Social Web zum Semantic Web Die erste Phase bis ca. 2003 war eher geprägt durch einseitige Informationsübermittlung, etwa durch Firmenwebseiten, Shops oder Informationsportale. Der geschäftliche Nutzen bestand darin, Informationen weltweit und rund um die Uhr verfügbar zu haben. Dennoch wurde das „Information Web“ eher als zusätzliches Marketinginstrument und als weiteren Kommunikationskanal zum Kunden hin betrachtet. Doch der Kunde wollte nicht nur einseitig konsumieren, sondern seine Bedürfnisse, Erfahrungen und Empfehlungen „den Anderen“ mitteilen. Egal ob dies die Arbeitskollegen, Anbieter, Geschäftspartner oder Internetuser sind. Das Mitteilungsbedürfnis der eigenen Meinung und des eigenen Wissens schien sehr gross zu sein. Nur dadurch konnten Ideen wie Wikipedia, YouTube und auch Napster so erfolgreich sein.

Mitdiskutieren als Wert

Das Prinzip „ich geb ein bischen was von mir Preis, dafür erhalte ich auch was“ schien aufzugehen. Überall kann man sich inzwischen anmelden, einloggen, ein persönliches Profil angeben und vor allem mitdiskutieren. Jeder bloggt, nimmt an Webcasts teil oder hat wenigstens einen RSS-Feed abonniert. Unterm Strich wird das Medium Internet durch Web 2.0 zum sozialen Web. Wenn Menschen über dieses Medium miteinander kommunizieren, immer und überall ihre Meinung postulieren können, entstehen globale Meinungsbilder welche für einzelne Unternehmen nicht mehr kontrollierbar sind.

Das Web weiß alles

Ein Stück weit führt das auch zum ehrlichen Web. Seit Google-Earth wird kein Reisekatalog das angepriesene Urlaubshotel mit „wenige Meter zum Strand“ umschreiben, wenn die hochauflösende Satellitenbilder verraten, dass es doch mehrere hundert Meter zum Strand sind. Durch Diskussionen, Videos und Berichte erfährt der Urlauber zwar wesentlich mehr über seinen künftigen Urlaubsort, jedoch muss er bei der Organisation eine Vielzahl von Informationen über Flug, Hotel, Mietwagen und Ausflüge selbst beschaffen, auswerten und vergleichen. Mit Web 3.0 könnte dies ein intelligentes Stück Software, völlig eigenständig übernehmen. Dazu ist es notwendig, dass Daten mit Bedeutungsinformationen (Semantik) so angereichert und strukturiert werden, dass Maschinen den Sinn der Inhalte erfassen können. Erst durch das Semantic Web wird ein „echter“ Dialog zwischen Mensch und Maschine möglich. Doch bis es tatsächlich so weit ist, müssen die Hausaufgaben aus den Forschungsbereichen der klassischen künstlichen Intelligenz erledigt werden. Dazu gehört beispielsweise die Frage wie sich Wissen sichtbar machen lässt.

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3 Kommentare zu “Was kommt nach Web 2.0?

  1. Es ist richtig, dass Web 2.0 niemals zu dem geworden wäre was es heute ist: Nämlich ein Universum von anonymen Content-Lieferanten. Auf der anderen Seite wird aber offensichtlich genau diese Anonymität gar nicht immer gewünscht, sondern ganz im Gegenteil sind “persönliche Daten”, Urlaubsfotos, Handynummern, Adressen usw. in vielen Blogs oder wenigsten auf privaten Homepages zu finden. Insofern ist es eigentlich schon längst vorbei mit der Anonymität – und das durchaus vom User so gewollt. Warum auch immer.

  2. Und wieder werden die Menschen ihre Persönliche Daten einfach so jedem Überlassen.
    Wenn das noch weiter so geht werden die Menschen eine suma bauen die nur noch nach Profilen sucht!
    Ab da ist es vorbei. Mit der Anonymität im Internet.

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