Die Zukunft der Car-IT

Car-IT Matthias Neher ist als Senior Consultant  schon seit vielen Jahren bei doubleSlash tätig. Als Teamleiter im Bereich M2M beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Connected Car und Elektromobilität. Im Interview spricht er über die Zukunft der Car-IT.

Du beschäftigst dich viel mit dem Thema Car-IT. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Matthias Neher: Unter Car-IT versteht man die Vernetzung des Fahrzeugs mit der Umwelt. Dabei kommuniziert das Fahrzeug mit Hilfe von fest eingebauten SIM-Karten oder über das Handy des Kunden mit IT-Systemen, um Entertainment-, Navigations- und sicherheitsrelevante Dienste für den Fahrer bereitzustellen und ihn so optimal zu unterstützen. So ermöglicht die Car-IT zum Beispiel den EU-weiten Notruf, der ab 2015 für Neuwagen zur Pflicht werden soll. Hierbei setzt das Fahrzeug automatisch im Bedarfsfall einen Notruf ab. Es wird wertvolle Zeit am Unfallort gespart.

Was bedeutet das für die Zukunft des Autos und der Mobilität?

Matthias Neher: Es ist damit zu rechnen, dass das Stau- und Verkehrsaufkommen, wie es heute schon in Mega Cities zu beobachten ist, zunimmt. Daher muss die Mobilität künftig mit neuen Konzepten betrachtet werden. Der Kunde möchte einen integrierten Mobilitätsansatz über das eigentliche Fahrzeug hinaus. Ein Beispiel dafür ist das intermodale Routing, bei dem neben dem Auto auch andere Verkehrsmittel wie Bus oder U-Bahn in die Routenführung einbezogen werden.

Welcher Mehrwert entsteht dem Kunden künftig durch ein vernetztes Fahrzeug und was sind aus Deiner Erfahrung die Bedürfnisse?

Matthias Neher: In den vergangenen Jahren war der Fahrer praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, sobald er im Auto saß. Der moderne Fahrer möchte im Fahrzeug nicht mehr auf seine gewohnten Dienste, die er auf dem Handy nutzt, verzichten. Und wenn er nicht im Fahrzeug ist, möchte er den Status seines Fahrzeugs über das Handy abrufen. So kann er dann den Ladevorgang von seinem Elektrofahrzeug steuern, das Fahrzeug nach Bedarf vorklimatisieren etc.

Welche Chancen entstehen dadurch für den Handel?

Matthias Neher: Schon heute belegen Studien, dass sich durch vernetzte Mobilitätsdienste neue Vertriebskanäle für die Fahrzeughersteller ergeben. Das Diensteportfolio im Fahrzeug kann einfach erweitert werden. Erste OEMs haben hierzu schon spezielle App Stores für ihre Fahrzeuge gestartet. Durch die Integration des Fahrzeugs in den Digital Lifecycle der Kunden entsteht ein integriertes Ökosystem, was zu einer gesteiger ten Kundenbindung führt. Auch kennen die Servicebetriebe schneller und exakter die Historie des Fahrzeugs und können Servicetermine wesentlich effizienter durchführen.

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