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“Internet of Bockmist“ – oder der Sinn des Internet der Dinge

18.02.2016

Internet of Things - Internet-of-Things_copyright_-bakhtiarzein_blog„Internet of Things“, kurz IoT, ist eines der technologischen Schlagwörter der vergangenen Jahre und im Kontext verschiedenster Themen in Wirtschaft und dem privatem Umfeld zu hören. Vereinfacht dargestellt geht es um die Vernetzung von Endgeräten untereinander sowie mit einem Backend und der Integration dieses Netzwerks in bestehende Systeme und Prozesse. So können unter anderem manuelle Vorgänge automatisiert und technische Prozesse in realer Zeit überwacht werden.

Internet der Dinge als Gesellschaftsthema

In der Öffentlichkeit ist mittlerweile eine kontroverse Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Internet der Dinge und die Richtung entbrannt, in welche sich die Technologie zur Vernetzung von Produkten entwickelt. Kritische Artikel, wie ein Bericht in der Zeit über die CES 2016 mit dem Titel „CES 2016 – Internet of Bockmist“ [1], nähren die allgemeine Meinung, Anwendungen des IoT seien überflüssig und man schaffe hier oft erst Probleme, um diese dann mit einer IoT Lösung zu bewältigen. So wird im Artikel unter anderem am Sinn eines WLAN Safes gezweifelt, der via Mobile App und Touch ID geöffnet werden kann. Dazu wird die zum Teil noch unausgereifte Sicherheit der Produkte bemängelt. Die im Artikel dargestellten Beispiele entstammen jedoch einem eingeschränkten Anwendungsbereich, dessen Fokus nicht auf IoT-basierten Lösungen liegt, welche auch heute schon Mehrwert für Unternehmen und Kunden schaffen.

Als erfahrenes Unternehmen im Kontext Internet der Dinge war und ist doubleSlash an zahlreichen Projekten beteiligt, die erfolgreich IoT Systeme umgesetzt haben und Nutzen für Anwender und Unternehmen bringen. Unter anderem waren wir stark im Aufbau der Connected Car Services für BMWi und dem Remote Management für die Telekom beteiligt. Aus dieser Erfahrung heraus wollen wir eine kurze Übersicht geben, wie und wo IoT Lösungen erfolgreich eingesetzt werden und eine Prognose für die Zukunft wagen.

internet der dinge als gesellschaftsthema

Privater vs. Industrieller Kontext von IoT

Grundsätzlich lassen sich zwei Bereiche differenzieren, in denen IoT Lösungen Anwendung finden: Das private Umfeld, welches den persönlichen Alltag umfasst, und der industrielle Kontext, wo Internet der Dinge meist zur Optimierung von Prozessen angewendet wird.

IoT im Privaten Umfeld

Die Entwicklung des IoT für private Anwender ist noch jung und befindet sich in der Findungsphase. Hier zeigt sich, dass die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt und zentrale Faktoren, wie z.B. ein einheitlicher IoT Standard [2] oder unausgereifte IT Sicherheit, noch nicht geklärt bzw. umgesetzt sind. Viele IoT Produkte für den Endkunden haben ihren Ursprung im B2B Bereich und werden für den B2C Markt angepasst.

Die wohl bekanntesten Anwendungen im privaten Umfeld sind Connected Car und Smart Home. Die Vernetzung von Geräten und Anlagen im Haus wie Heizung, Licht oder Waschmaschine befähigen den Benutzer, den Einsatz der Anlagen über mobile Devices zu kontrollieren und optimal einzustellen. Die Kaffeemaschine, die automatisch neue Bohnen bestellt, oder die Waschmaschine, die Strompreise prüft und nur zu Billig-Strom Tarifen läuft, werden zur Zeit jedoch größtenteils von Technik-Enthusiasten tatsächlich genutzt.

Eine Analyse für die zukünftige Entwicklung [3]im Bereich Smart Home prognostiziert, dass bis ins Jahr 2020 68 Prozent der amerikanischen Haushalte „smart“ sein werden. Sind die momentanen Probleme wie neue Herausforderungen für IT Security und unterschiedliche Kommunikationsstandards der Geräte gelöst, wird das „Connected Home“ ein Bestandteil des Alltags werden.

Internet der Dinge in der Industrie

In der Industrie hat das IoT bereits seit einigen Jahren erfolgreich Einzug gehalten. Sie ist Zugpferd der Technologie. Im Gegenzug wird das IoT bereits als der Treiber für das Business der Zukunft gehandelt. Eine McKinsey Studie zum IoT [4] spricht ab dem Jahr 2025 von einem wirtschaftlichen Mehrwert von ca. 11 Billionen US Dollar für die Industrie. Das moderne Unternehmen findet im IoT viele neue Chancen, die eigene Wirtschaftlichkeit zu steigern. Im industriellen Kontext spricht man auch vom Industrial IoT.

Unternehmensnutzen vs Kundennutzen vs von IoT

Im industriellen Bereich wird das IoT zum Enabler für einen verbesserten Kundennutzen sowie einen erhöhten Unternehmensnutzen. Diese beiden Ziele stimmen von sich aus nicht unbedingt überein. Der Kundennutzen spiegelt sich vor allem in erfüllten Bedürfnissen wieder, das Unternehmen zielt vor allem auf die bekannten Größen „Zeit, Kosten, Qualität“ ab. Eine optimale IoT Lösung schafft sowohl einen Mehrwert für das Unternehmen als auch den Kunden.

Die Vorteile für das Unternehmen durch IoT sind vielfältig. Mit der Vernetzung von Hardware und einer spezifischen Benutzerschnittstelle können Real-Time-Daten zugänglich gemacht werden. Damit ermöglicht eine IoT Lösung die sogenannten Remote Services wie auch das Predictive Maintenance. Technische Probleme können frühzeitig (in Echtzeit) erkannt, präventiv dagegen vorgegangen und über den Remote Zugriff behoben werden. Das Unternehmen reduziert so zum Teil erhebliche Kosten in Wartung und Incident Management.

Grundsätzlich ermöglichen IoT-Systeme Transparenz in der Wirtschaftlichkeit von Produkten und (technischen) Prozessen. Die neuen Möglichkeiten spiegeln sich in verbesserten Business Cases wieder und beeinflussen verschiedene Unternehmensbereiche. In früheren Blogbeiträgen haben wir bereits beschrieben, wie das IoT neben Service und Qualität auch After Sales und Marketing positiv verändert. Daneben lassen sich durch IoT Lösungen Produktions- und Kommunikationsprozesse im Unternehmen optimieren.

Der Kundennutzen durch IoT spiegelt sich in einer höheren Qualität von Produkten und der Spezifizierung von Kundenbedürfnissen wieder. Mit der Transparenz im Life Cycle von Produkten kann das Unternehmen qualitative Mängel erkennen und beheben. IoT basierte Services im Kontext des Connected Car bieten Vorzüge wie Real Time Traffic Information RTTI, das Intermodale Routing oder Real-Time Diagnose des Fahrzeugs.

Fazit

Die Unterscheidung zwischen privatem und industriellem Einsatz von IoT basierten Lösungen ist wichtig. In der Industrie hat sich das Internet der Dinge als Enabler für verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung von Wirtschaftlichkeit etabliert. Es müssen keine neuen Use Cases geschaffen werden, IoT ermöglicht die Verbesserung von bestehenden Prozessen, technisch oder kommunikativ.

Im privaten Bereich müssen Hersteller von „Connected Systems“ noch zum Teil essentielle Punkte wie z.B. Security, Standards etc. klären. Sind die Kinderkrankheiten überwunden, werden IoT Lösungen dem Anwender auch im privaten Umfeld hilfreiche Dienste leisten.

Mit der Fokussierung auf die Entwicklung von IoT basierten Systemen – gerade im industriellen Kontext – haben wir in unserer Projektarbeit Erfahrung in allen Bereichen gesammelt, welche für die erfolgreiche Umsetzung von IoT Lösungen wichtig sind. So waren wir im Bereich BMW Connected Car den letzten Jahren maßgeblich an der Entwicklung der BMWi Services beteiligt.

Durch die praktische Erfahrung haben wir uns ein umfangreiches Portfolio an Leistungen zur Umsetzung von IoT Lösungen erarbeitet. Von der Anbindung verschiedener Hardware an eine IoT Plattform über die Konfiguration der Plattform bis hin zum Design der Benutzerschnittstelle für unterschiedliche Frontends (z.B. Mobile Devices, WebApp oder native Tools) haben wir sowohl das IT Design wie auch die Software Implementierung übernommen.


 

Quellen:

[1] http://www.zeit.de/digital/internet/2016-01/ces-2016-internet-of-bockmist

[2] https://blog.doubleslash.de/category/iot-und-m2m/

[3] http://thenextweb.com/insider/2015/12/23/2016-predictions-for-iot-and-smart-homes/#gref

[4] http://www.crn.de/netzwerke-storage/artikel-107492.html

 

http://www.computerwoche.de/a/geschaeftsideen-fuer-das-internet-of-things-iot,3093645

 

Mehr zu IoT-Services und Connected Products erfahren Sie hier

 

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